GELA
Rositta Virag
Lehen 67
A-5311 Innerschwand am Mondsee
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DAS ERWECKEN DER GÖTTIN IM MONDSEE - Ein Beitrag von Rositta Virag im Buch ERLEBNIS ERDWANDLUNG


In dem geoantischen Gemeinschaftswerk "Erlebnis Erdwandlung" hat u.a. auch Rositta Virag diesen Bericht über ihren Beitrag zur Erdwandlung verfasst.

Wie alles begann

Das Thema Erdwandlung spiegelt sich in meinem Bericht in einem mehrjährigen Prozess des Bewusstwerdens und der Aktivität um den Mondsee:

Anfang August 1995 besuchte ich einen lieben Freund in Mondsee. Er war gerade in sein neues Büro in einem alten Haus direkt am See umgezogen. Ich fand das ganze Haus völlig offen. Mehrere Wohnungen wurden gerade renoviert. Die offenen Türen luden so richtig zum Eintreten ein – war da etwas für mich dabei? Ich suchte schon seit Monaten nach einer neuen Wohnung.

Als ich meinen Freund fragte, was denn mit den leerstehenden Wohnungen sei, meinte er, die seien noch zu vermieten. Ich rief gleich am nächsten Morgen den Hausbesitzer an. Nach kurzer Zeit waren wir uns handelseinig, und ich unterschrieb den Mietvertrag. Ich musste bis Ende August umgezogen sein. Es war also höchste Zeit. Ich war heilfroh, bald in einem Ort zu wohnen, den ich als kleines Mädchen schon sehr liebte. Jedes Mal, wenn wir in Urlaub fuhren, blieben meine Eltern an der Autobahnraststätte Mondsee stehen, von wo aus es einen herrlichen Blick über den See gibt. Auch der Name Mondsee hatte mich immer schon fasziniert. Er hat etwas so Mystisches, Tiefes, Vertrautes, das mich auf eine unerklärbare Weise anzog. Und jetzt sollte ich hier leben! Ich freute mich sehr. Es war ein Geschenk des Himmels. Mein Freund, ein Feng-Shui-Experte, meinte, ich sei hierher gekommen, weil ich etwas dazu beitragen könne, dass die Energien dieser Gegend – des Sees und der umliegenden Landschaft – wieder erweckt werden. Er selbst tue schon sehr viel dazu, doch gemeinsam könnten wir bestimmt viel mehr bewirken: im Ort, für den See, für die Menschen, für die Landschaft. Ich fühlte mich von seinen Worten geehrt. Aber ich hatte keine rechte Ahnung, was ich da machen sollte.

Am 28. August war es dann soweit. Wir zogen um. Es war ein Chaos. Doch im Endeffekt ging es gut. Die Möbel und Kartons waren da und standen aufeinander gestapelt in den Zimmern. In dieser Zeit traf ich eine Dame, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Sie erzählte mir voll Begeisterung von ihrem Traum, nach Peru zu fahren. Ich ließ mich anstecken, denn ich wollte auch schon immer zum Titikakasee und auf den Machu Picchu. Sie suchte eine Begleitung, und ich – spontan und angeregt wie ich war – sagte, dass ich mitfahre. Sie war hocherfreut und versprach, alles für die Reise vorzubereiten.

Anfang September waren wir unterwegs. Zu Hause standen noch immer die Kartons, der Umzug hatte ein großes Loch in meine Finanzen gerissen, unser Seminarprogramm für den Herbst war noch nicht ausgeschickt – doch ich war unterwegs mit einer mir fast fremden Dame nach Peru! Etwas Unsinnigeres kann man sich gar nicht vorstellen!


Meine Reise zum Titkakasee

In Peru sahen wir uns viele schöne Plätze an. Wir hatten interessante Begegnungen mit Schamanen und guten, energiefühligen Führern. Wir kamen zum Machu Picchu, erlebten eine beeindruckende schamanische Initiation und erfuhren an jeder heiligen Stätte, die wir besuchten, die Energien der Vergangenheit und des Ortes sehr intensiv. Doch nach etwa zehn Tagen fragte ich mich: „Um Gottes willen, warum bin ich denn überhaupt hierher gekommen? – zu Hause ein Chaos, eine knappe Kassa und ich in einer anderen Welt, die nichts mit den heimatlichen Verpflichtungen und Aufgaben zu tun hat!“ Ich machte mir große Vorwürfe, weggefahren zu sein. Doch die Reise ging weiter. Von jedem Platz, den wir besuchten, nahm ich etwas mit: einen Stein, ein Fläschchen voll Wasser, ein paar gepflückte Kräuter. Mein Gepäck wurde schwer. Ich kam mir schon komisch vor, dass ich immer Steine vom Weg aufhob und – wo immer möglich – frisches Quellwasser in einer kleinen Flasche mitnahm. Doch aus irgendeinem Grund war es mir wichtig.

Dann, am Titikakasee, setze ich mich von der Gruppe ab, der wir uns angeschlossen hatten. Ich genoss es, allein mit dem See zu sein, den Wellen zuzuhören, dem Rauschen der Blätter im Windhauch, dem Summen der Insekten zu folgen und die Vögel am Himmel zu sehen. Sie zogen ihre Kreise – als wollten sie mich auf die weißen Wolkenfetzen aufmerksam machen, die langsam über den Himmel zogen. Es war schön, richtig schön. Ich suchte mir einen besonderen Stein und setzte mich auf ihn. Endlich war es ruhig und ich war allein – nur der Himmel, das Wasser und ich! Ich saß eine ganze Weile so und schaute, horchte und nahm wahr – die äußeren Dinge und die inneren Botschaften. Der See erzählte. Seine Wellen plätscherten ans Ufer und brachten die Botschaften von weit her. Eine ließ mich sofort wachsam aufhorchen: „Verbinde die Seen. Deswegen bist Du hier.“ Das war es! Schlagartig hatte ich begriffen, was ich hier soll. Doch gleichzeitig tauchten eine Menge Fragen auf: „Wie? Wodurch? Womit?“ Ich zweifelte an mir: „Was willst Du die Seen verbinden? Wer bist du denn? Tu nicht so wichtig!“ Eines war mir allerdings jetzt klar: Ich wusste, warum ich all die Steine und die Wasser mitgenommen hatte. Sie waren zwar nicht alle vom Titikakasee, doch das Land rund um diesen riesigen See mit all seinen geheimnisvollen Kulturen gehört ja dazu! Und Peru mit diesem See liegt auf der anderen Seite der Erdkugel, Österreich und dem Mondsee fast gegenüber.

Und noch etwas wurde mir bewusst: in ganz Peru – in der ganzen Anden-Region – sind die Frauen ganz anders als bei uns. Sie leben! – intensiv, freudig, lachend, stolz, würdig, mit viel Anmut. Allein schon ihre Kleider sind bemerkenswert. Sie leuchten in allen Farben: rot, gelb, grün, blau, weiß, schwarz. Bei uns sieht man gar nicht so leuchtende Farben. Das hatte mich vom ersten Augenblick an begeistert. Die Frauen gehen stolz, aufrecht, schauen andere mit direktem Blick an, ohne Trübsal und Schwere, neugierig und offen. Auch wenn ihr Leben nicht einfach sein mag, ihre Augen leuchten. Und sie halten die Familien trotz Armut, Alkoholproblemen und viel Arbeit zusammen. Die Männer scheinen großen Respekt vor ihren Frauen zu haben. Bei uns in Europa und auch in Mondsee ist das ganz anders. Hier wollen es die Frauen meist den Männern gleich tun. Sie vergessen ihre Wesenhaftigkeit – das ursprünglich Weibliche, das hier in den Bergen Perus so natürlich gelebt wird.

Mir war klar, dass die Verbindung der beiden Seen mit dieser weiblichen Kraft zusammenhing – der Kraft der Göttin. Der Mondsee entspricht durch seinen Namen und die Lieblichkeit seiner Landschaft dieser weiblichen Kraft. Sie wurde in den vielen Kriegswirren und fürstlichen Verschacherungen, in die der Mondsee seit Jahrhunderten involviert war, unterdrückt. Die Männer waren in den Kampf gezogen, während zu Hause die Frauen ihre Kinder großziehen und das Land bestellen mussten. Da hat sich eine gewisse Verbitterung und Härte bei den Frauen eingestellt. Sie mussten eine Doppelrolle übernehmen, die der Frau und die des Mannes, die der Mutter und die des Vaters. Sie mussten hart arbeiten, waren von der Kirche gebeugt und von den Männern verlassen worden. Ja, das war in ganz Europa so, doch der Mondsee hatte aus mythologischer und ganzheitlicher Sicht gesehen schon immer eine besondere Aufgabe als Repräsentanz der Göttin. Somit war mir bewusst, dass mit diesem Auftrag „die beiden Seen zu verbinden“ gemeint war, die Kraft des Weiblichen vom Titikakasee zum Mondsee zu bringen.

Ich war mit diesem Auftrag – trotz meiner persönlichen Zweifel, es zu können – glücklich. Ich war sehr erleichtert zu ahnen, dass meine Reise einen Sinn gehabt haben könnte. Doch wie und ob das gelingen sollte, war mir noch nicht klar. Ich öffnete aber mein Herz und mein Bewusstsein ganz weit und ließ mich auf den vor mir liegenden See und seine Tiefe ein. Ich nahm ihn ganz in mein Inneres auf, verband mich vollständig mit diesem wunderbaren, intensiv türkis-blauen See – mystisch, geheimnisvoll, tief. Ich drang bis auf den Grund des Sees und wusste: Hier wohnt Gott Inti mit seiner Sonnenscheibe aus leuchtendem, bewusstem Gold. Es muss ein lebendiges Gold sein. Deswegen sage ich: „bewusstes Gold.“ Viele, viele Generationen warteten und warten darauf, dass Gott Inti mit seiner Sonnenscheibe wieder an die Oberfläche kommt, denn dann – so sagt man – sei die Menschheit erlöst. Die Zeit dazu sei sehr nahe. Botschaften stiegen in mir hoch, mehr erahnbar, als konkret. Sie wanderten durch mein inneres Auge in mein Bewusstsein. Ich nahm Gott Inti tief unter der Erde des Sees wohnend wahr – mit einem mächtigen Reich rundherum, sehr weit und hell, doch fast schlafend – vielleicht träumend, könnte man sagen. Jedenfalls nicht tief und unerlöst schlafend, sondern in dem leichten Schlaf, in dem die Träume entstehen. Da wusste ich, dass die alten Prophezeiungen recht haben, wenn sie sagen: es wird wieder gut, das Wunder wird geschehen, es wird wieder Licht, die Zeit der Dunkelheit ist bald vorbei! Und ich ahnte, was ich zu tun hatte. Befriedigt genoss ich noch die letzen vier Tage in Peru. Meine Steine und das Wasser im Koffer fühlten sich nicht mehr so schwer und unbestimmt an. Es hatte alles einen Sinn bekommen.


Initiierung des Mondsees

Als ich wieder zu Hause war, wollte ich mich gleich daran machen, den Auftrag auszuführen. Ich erzählte in meinen Meditationsrunden und Seminaren davon. Alle hörten angeregt zu, doch niemand zeigte Ambitionen, das Werk gemeinsam auszuführen und die beiden Seen zu verbinden. Ich wurde unsicher. Es vergingen Monate. Ich wusste nicht, wie ich die Sache angehen sollte. Ich war enttäuscht, dass das Interesse nicht so weit ging, um anzufangen. Also wartete ich. Eines war ganz klar: Das sollte nicht ich alleine ausführen, sondern mit anderen zusammen. Es sollte auch nicht aus meiner alleinigen Initiative heraus geschehen, sondern dann, wenn auch andere den Wunsch verspürten, an diesem Werk mitzuwirken.

Es kam Weihnachten. Meine Eltern kamen auf Besuch. Ich erzählte ihnen von meinen Erlebnissen in Peru, zeigte ihnen Fotos und holte die Steine, Kräuter und Wasserflaschen. Mein Vater hörte interessiert zu. Als ich von dem Auftrag erzählte, die Seen zu verbinden, und dass es mir bisher noch nicht gelungen sei, das mit anderen gemeinsam zu tun, meinte er kurz entschlossen: „Na, dann gehen wir zwei!“ Ich war total überrascht. Dieser damals 75jährige Mann, der immer sehr realistisch und praktisch eingestellt war und nichts von Esoterik oder Energiearbeit wissen wollte, bot sich an, mit mir den Mondsee zu initiieren! Ich konnte es kaum glauben. Ich fragte mehrmals nach, ob er das wirklich machen wolle. Ja, das wolle er, sagte er drei Mal.

Also holten wir eine Karte des Mondsees. Ich brachte mein Pendel, und wir legten die Steine zurecht. Ich pendelte die genauen Stellen aus, wo sie ins Wasser versenkt werden sollten, und mein Vater markierte die Plätze auf der Karte. Ein Stein blieb übrig. Ich hatte ihn bisher noch nicht so genau angeschaut. Doch ich erinnerte mich genau an den Ort, von dem ich ihn aufgehoben hatte. Es war in den Bergen, wo ich diesen Stein am rechten Wegrand unter verdorrtem Gras liegen sah. Ich war direkt auf ihn zugegangen. Als ich ihn aufhob, war ein kleines Eidechschen darunter hervor geschlüpft. Ich war erschrocken, und es tat mir leid, dass ich ihm seine Bleibe genommen hatte. Doch es war zu spät. Die Eidechse war schon weg. Ich konnte mich nur noch bei ihr entschuldigen und ihr meinen Segen geben. Ich steckte den Stein ein und ging weiter. Jetzt schaute ich den Stein erstmals ganz genau an. An der Stelle, wo das Eidechschen versteckt war, war eine kleine Einbuchtung im Stein. Diese war ein deutliches „Y“. „Eigenartig“, dachte ich, „das schaut aus wie eine Rune“. Ich holte mein Runen-Buch und suchte das Zeichen. Ja, es war die Man-Rune. Ich traute meinen Augen kaum und prüfte es nach. Doch – ja, es stimmt, das war die Man-Rune! Mir lief ein Schauer durch den Körper: Der Mondsee hieß früher Man-See. Das war unglaublich! Ich las nach: „Die Man-Rune wird auch die „Lebensrune“ genannt.“ Also hatte ich in den Bergen Perus einen Stein aufgehoben, der einem lebendigen, jungen Tier Unterschlupf geboten hatte, mit einem Zeichen darauf, das das Leben symbolisiert, um ihn mitzunehmen und den Mondsee – den Man-See, das Leben symbolisierend – damit zu initiieren. Wow, das war stark! Ich legte den Stein auf die Landkarte, in die Mitte des Mondsees. Ja, jetzt war das Bild komplett! So sollte es sein.

Am nächsten Tag machten sich mein Vater und ich auf den Weg rund um den See. Es war am 25. Dezember, einem kühlen, trüben Tag. Ein wenig Schnee lag noch, doch nicht so viel. Wir begannen im Norden. Nach einer kurzen Einstimmung mit einem innigen Gebet nahm ich den ersten Stein und versenkte ihn mit den Worten: „Hiermit verbinde ich den Norden des Heiligen Titikakasees mit dem Norden des Heiligen Mondsees. Möge diese Verbindung durch die Erde und über der Erde eine Achse der Bewusstheit und Liebe erschaffen. Möge Heilung des Bewusstseins von allem Leben entlang dieser Achsen und dazwischen geschehen.“ Mit einer tiefen Verbeugung dankte ich dafür. Mein Vater reichte mir nun die erste Wasserflasche. Ich goss ein paar Tropfen Wasser davon – und dann von jeder weiteren Flasche – in den See. Wir hatten nicht nur die Wasser aus Peru mit, sondern auch Wasser aus dem Himalaya, das ich schon lange – ohne zu wissen, wofür – aufbewahrt hatte. Es war wie eine Taufe. Mein Vater war sehr berührt und ich auch. So taten wir es im Osten, Süden und Westen des Mondsees. Als wir so gemeinsam unterwegs waren, wurde mir auch klar, warum diese Zeremonie nicht mit einer Gruppe – wie ich es zuerst gedacht hatte – geschehen sollte. Denn hierzu waren ein Mann und eine Frau – die Verkörperung der beiden Pole Yin und Yang – besser geeignet. Dass mein Vater den Yang-Pol vertreten sollte, hätte ich vorher nie erahnt. Doch es freute mich. Denn wir haben ein inniges Verhältnis zueinander, und diese Zeremonie verband uns noch mehr. Im Westen versenkte mein Vater den Stein und sprach die Dankesworte. Hier goss ich die Wasser aus Peru und vom Himalaya in den See. Dann fuhren wir nochmals zum Ausgangspunkt im Norden zurück, um den Kreis zu schließen. Wir verneigten uns vor dem Wesen des Mondsees, den Wassern und der Erde. Damit war die Zeremonie beendet.

Den letzten Stein, den, der in die Mitte des Mondsees gehörte, legte ich zu Hause auf einen besonderen Platz. Für ihn würde auch noch der rechte Zeitpunkt kommen, um die Verbindung der Seen und damit den Auftrag abzuschließen.


Neue Impulse

Das dauerte lange. Inzwischen hatte ich Marko Pogačnik kennengelernt und mit ihm einige Heilzeremonien für die Erde erlebt. Ich war tief beeindruckt von diesem so hingebungsvoll und authentisch, so bedingungslos für die Erde wirkenden Mann. Er hatte erkannt, dass bei uns in Europa die Macht der Göttin – des Weiblichen – jahrhundertelang unterdrückt, ja zerstört worden ist – sukzessive, teilweise bewusst und mit Absicht. Es war mir sofort einsichtig, warum sich so eine starke Dominanz des Strukturierten, Logischen, Wissenschaftlichen, Männlichen entwickelt hatte. Es wollte alles Unerklärbare, Mystische, Chaotische, Weibliche vernichten. Das war ein Ausdruck des unerlösten Patriarchats, das dem davor genauso einseitig wirkenden unerlösten Matriarchat folgte. Doch diese Zeit hat sich nun erfüllt. Sie ist zur höchsten Blüte gekommen, genauso wie vorher die Zeit des unerlösten Matriarchats zur vollsten Blüte gekommen war. Jetzt beginnt die Zeit der Vereinigung dieser beiden Kräfte. Das geht jedoch nicht in ihrer unerlösten Form.

Marko Pogačnik und seine Tochter Ana Pogačnik kamen in den folgenden Jahren mehrmals nach Mondsee, um in Seminaren die unerlösten Kräfte von Yin und Yang ins Bewusstsein zu heben und auszugleichen. Das erste war das Wiedererwecken der „schlafenden“ Göttin des Mondsees. Wir nahmen sie als eine große helle, aber dunkel bedeckte Kraft am Grund inmitten des Sees wahr. Diese an sich starke Yin-Kraft war durch viele schlimme, zerstörerische Einflüsse traumatisiert und hat sich auf den Grund des Sees zurückgezogen. Marko Pogačnik erklärte uns, dass dieser See perfekt die drei Zyklen des Lebens darstellt. Diese werden symbolisiert durch die weiße Göttin im oberen Seebereich, die rote Göttin in der Mitte und die schwarze Göttin am unteren See – dem Ort Mondsee gegenüber. Die weiße Göttin repräsentiert den jungfräulichen Lebensabschnitt: das Mädchen, jung, schön, unschuldig, hingebungsvoll, weiß, rein, voll Erwartung auf das Leben, bereit, sich zu schenken, zu erlösen, voll Sehnsucht auf die Liebe. Die rote Göttin repräsentiert den lebensspendenden Abschnitt: die Frau mit ihrem „Monatsblut“, in ihrer vollen gebärfähigen Kraft, das pure Leben ausstrahlend, kraftvoll, anziehend, lockend, wollend, verlangend, sehnsüchtig und Sehnsucht erweckend, erotisch, gebärend, nährend, beschützend, haushaltend, aufnehmend, empfangend, die Liebe genießend. Die schwarze Göttin repräsentiert den reifen Lebensabschnitt: die weise Alte, deren „Monatsblut“ versiegt ist, die das Leben erfahren hat und jetzt die Erfahrungen daraus weitergibt, die Hexe, die alle Geheimnisse kennt, die Heilerin, die weiß, welches Kraut gegen welches Leiden hilft, die Einsame, die beobachtet, Rat gibt, mit der Unterwelt Kontakt hat, die Mystische, die die Liebe erfahren und gewandelt hat.

Bei vielen Gelegenheiten besuchten wir in diesen Seminaren die Landschaft rund um den Mondsee und den im Süden liegenden Schafberg. Der Schafberg ist die Leben spendende Ader für das ganze Seenland, das sich um den Berg herum gruppiert. Es besteht aus dem Mondsee, dem Wolfgangsee, dem Attersee und den kleineren Seen: Krotensee, Fuschlsee, Abersee und Irrsee. Marko Pogačnik nahm eine große Lichtsäule vom Himmel bis tief in die Erde unter dem Schafberg wahr. Durch sie fließt kosmisches Licht, das die ganze Landschaft durchlichtet und nährt. Vielleicht kommt daher die große Schönheit dieses ganzen Seenlandes. Ein abzweigender Kanal lässt das Licht von der Basis des Schafbergs unterirdisch durch das Wasser des Mondsees bis in den Ort Mondsee fließen. Ähnliche Kanäle bringen dieses Licht auch zum Wolfgangsee und Attersee.

In einer Meditation erlebte ich, wie das Sumpfland zwischen dem Ort Mondsee und der Seepromenade vor sehr langer Zeit noch von ganz lichten, feinstofflichen Wesen bevölkert war. Sie sahen aus wie große weibliche Wesen, die mit wunderschönen weißen, hauchdünnen Kleidern bedeckt waren – halb Mensch, halb Fee – und die ihre lieblichen Reigen zwischen dem Schilf tanzten. Diese jungfräulich reinen Halbgöttinnen waren die ersten „menschlichen“ Lebewesen in dieser noch ganz unberührten Natur. Sie wohnten schon sehr lange hier. Völlig ungestört waren sie eins mit der Natur. Im Mondlicht, begleitet von sanfter, lieblicher Musik, tanzten sie. Dann kam eine Horde Reiter auf ihren Pferden vom Festland Richtung See galoppiert. Ungestüm, wild, laut, in dicken, festen Kleidern mit allerlei Waffen und Werkzeugen am Sattel. Sie hatten die lieblichen Jungfrauen gesehen und wollten sie sich nehmen. Die feinen, zarten Frauen erschraken und flüchteten Richtung See. Sie wurden dabei immer feinstofflicher, so, als würden sie sich auflösen. Sie hüpften und flogen mehr, als dass sie liefen, bis sie zum See kamen und ganz in die Nebel über dem Wasser eingingen. Es schien, als würden sie vergehen, sterben. Die Männer trieben ihre Pferde an, wollten sie einholen und stürmten ihnen mit lautem Getöse nach. Doch ihre Pferde konnten im sumpfigen Untergrund bald keinen Halt mehr finden und sanken immer tiefer. Die jungfräulichen Halbgöttinnen aber waren im Nebel verschwunden, so, als wären sie mit ihm verschmolzen. Die magische Tiefe des Sees mit all seinen Geheimnissen zeigt sich heute als ein tief dunkelblau-türkises Wasser, das je nach Stimmung seine Farbe wechselt. Man kann, wenn man ganz still und erwartungslos bei dem kleinen Tümpel nahe der Seepromenade in Mondsee meditiert, die Präsenz dieser schönen, feinstofflichen Wesen erleben. Sie sind noch immer da – doch nur für den, der sich sanft und absichtslos nähert. Meiner Wahrnehmung nach sind sie der „Hofstaat“ der Göttin, die sich in ihr Reich unter dem See zurückgezogen hat. Nachdem ich von den drei Aspekten der Göttin im Mondsee erfahren hatte, hatte diese Meditationserfahrung plötzlich Hand und Fuß und war nicht nur ein schönes Märchen. Das Ganze bekam Struktur – wenn auch eine sehr feinstoffliche.

Einige Jahre lang machten wir mit Marko und Ana Pogačnik und mit lokalen Gruppen immer wieder Bewusstseinsarbeit rund um den Mondsee. Wir reinigten die Ein- und Ausatmungspunkte, die Yin- und Yang-Plätze, einige Akupunkturpunkte und aktivierten das Herzzentrum. Dieses ist ein besonders starker Kraftplatz, auf einem kleinen Hügel gelegen, mit herrlichem Blick über den See und die ganze Landschaft. Es ist ein sanft strahlendes, langsam pulsierendes Energiefeld, das weit über Österreich und Bayern strahlt. Dieser Platz war nicht sehr traumatisiert, aber stark verschmutzt. Einige Ortskundige besuchen ihn ab und zu, um ihn immer wieder neu aufzuladen und zu verstärken.

Schon bei den ersten Reinigungsarbeiten gelang es uns, die Göttin in der Mitte des Sees aus ihrem Tiefschlaf zu erwecken. Bei jeder weiteren Energiearbeit schien es uns, als würde sie lebendiger werden. Praktisch machte sich dies auch so bemerkbar, dass die Ortsansässigen in Mondsee nach anfänglichem Unverständnis nun begannen, ihre alten Erzählungen, Märchen, Geschichten und Sagen wieder auszugraben. Es bildete sich eine Gruppe von Frauen, die all dieses alte Wissen aufbereitete und es bei geführten Wanderungen zu Kraftplätzen den Touristen und interessierten Einheimischen erzählen. Es gibt Märchenwanderungen für groß und klein, Land-Art-Projekte und eine ganze Reihe von Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen. Mondsee beginnt wieder Zugang zu seiner eigenen Vergangenheit zu bekommen und diese zu schätzen.


Die Vollendung

Inzwischen waren vier Jahre vergangen. Wir hatten viel Bewusstseinsarbeit für das Gebiet gemacht, doch noch immer lag der besondere Stein aus Peru mit der Man-Rune in meiner Vitrine und wartete darauf, in der Mitte des Mondsees, versenkt zu werden. Ich dachte oft daran, sprach das Thema auch immer wieder an, doch niemand zeigte von sich aus Interesse, an dem Projekt mitwirken zu wollen. Dann – im Sommer 1999 – war es plötzlich soweit. Es war ein normaler Wochentag, sehr heiß, strahlend sonnig. Eine leicht beschwingte Stimmung lag in der Luft. Karin, eine Freundin, die ab und zu im Büro mithalf, Bernd, ein Mitarbeiter und ich hatten ziemlich gleichzeitig denselben Wunsch: auf den See hinauszufahren und – die Idee und Energie war plötzlich da – den Man-Stein im See zu versenken und das begonnene Werk zu vollenden.

Ohne zu zögern, holte ich den Stein und die Wasserflaschen aus der Wohnung und Karin und Bernd bereiteten einen Picknickkorb mit einer Flasche Sekt zur Feier des Tages vor. Wir mieteten ein Elektroboot und fuhren langsam Richtung Seemitte. Je mehr wir uns der Mitte des Mondsees näherten, desto stiller wurden wir. Bald sprach keiner mehr ein Wort. Jeder spürte in sich hinein und trachtete die Energie der Göttin des Mondsees zu erfassen. Offensichtlich gelang es recht gut, denn fast gleichzeitig meinten wir alle drei, dass wir an einer bestimmten Stelle haltmachen sollten. Bernd, der steuerte, stellte den Motor ab, und wir glitten leise über das Wasser. Wir wussten: Hier ist die Stelle, an der der Stein in den See gesenkt werden soll. Ich holte ihn aus dem Korb, wickelte ihn aus dem Tuch, segnete ihn und gab ihn an Karin. Sie segnete ihn auch, strich mit der Hand sanft darüber und gab ihn an Bernd weiter. Er tat das gleiche und reichte ihn mir wieder zurück.

Nach kurzer Absprache entschieden wir, dass Bernd den Stein ins Wasser senken soll. Ein Mann sollte die Göttin des Mondsees mit diesem Geschenk ehren. Bernd hielt den Stein aus Peru mit der Man-Rune über dem See. Wir sprachen ein stilles Gebet, und er senkte ihn dann sanft bis nahe an die Wasseroberfläche und ließ ihn mit den von mir gesprochenen Worten los:

„Verbinde die Energien der beiden Seen, Titikakasee und Mondsee, nun vollständig und endgültig, als Symbol, dass ein harmonischer Ausgleich der Kräfte auf der Erde entstehen möge. Möge die Göttin des Mondsees wieder voll erwachen und wirken und möge der Gott des Titikakasees wieder voll erwachen und wirken. So sei es. – Danke!“

Mit einem „Plumps“ glitt der Stein in den See und versank. Kreisförmige Wellen bildeten sich auf dem glatten Wasser. Es war vollbracht – endlich! Ich war so froh, dass dieser Auftrag nun erfüllt war. Es hatte so lange gedauert und so vieler Zwischenschritte bedurft. Wir begannen aus Dankbarkeit und Freude zu tönen. Unser OM tönte voll, rund und harmonisch über den See. Vielleicht hat uns jemand gehört und sich gewundert ob des seltsamen Gesangs. Wer weiß ...

Inzwischen hat es auch die Bevölkerung von Mondsee angenommen, an einem Ort mit besonderer Energie zu leben. Auch die skeptischen Einheimischen erinnern sich wieder an die alten Geschichten und sind stolz auf ihre Heimat. Mondsee ist seit dem Erwecken der Göttin zu einem beliebten Platz für Seminare geworden, in denen Bewusstseins- und Heilarbeit gemacht wird. Der Schamanen-Kongress tagte zweimal hier, Barbara Brennan etablierte ihre europäische Schule für Heilung in Mondsee (jetzt in Deutschland und in der Schweiz) und auch ich mache hier Heil- und Energiearbeit. Außerdem haben sich viele Fremde in Mondsee angesiedelt – meist Künstler und spirituell tätige Menschen – die die Energie spüren und schätzen.

Die Göttin des Mondsees ist erweckt und die Energiearbeit geht weiter.




Die nächsten Schritte


Bei einem Seminar mit Ana Pogačnik 2002 stellte sich heraus, dass es eine kosmische Verbindung zwischen Attersee, Wolfgangsee und Mondsee gibt: eine dreiseitige Pyramide mit der Spitze nach oben. Sie holt kosmische Energie auf die Erde und verkörpert die Yang-Energie. Ana meinte, dass sie so eine Form noch nie vorher in der Landschaft wahrgenommen habe. Bei mehreren Besuchen an den Ecken des Yang-Dreiecks reinigten wir diese und stellten eine energetische Verbindung zwischen ihnen her.

Ich nahm wahr, dass es parallel dazu eine zweite dreiseitige Pyramide gibt, mit der Spitze nach unten, die Yin-Kraft verkörpernd. Sie ist wie der Heilige Gral – die Schale, die ihre Lebenskraft darreicht.

Die beiden greifen so ineinander, dass eine fast perfekte Merkaba entsteht, ein Sterntetraeder. Die Pyramiden - auf der Karte sichtbar als Dreiecke - liegen so übereinander, dass ein Sechseck zu sehen ist, wenn man es auf der Karte aufzeichnet.

Eine Merkaba ist eine geometrische Form aus zwei dreiseitigen Pyramiden, von denen eine mit der Spitze nach oben schaut (die Yang-Pyramide) und die andere, an der Grundfläche versetzt dazu, mit der Spitze nach unten (die Yin-Pyramide).  Wenn die Merkaba aktiviert ist, wird ein energetisches Feld erzeugt, das Zutritt zu einer neuen Bewusstseins-Dimension ermöglicht.

Im Laufe der Jahre konnten wir feststellen, dass sich die Energiepunkte der Yang-Pyramide verändert haben – verankert, könnte man sagen. Doch die bewusste Beschäftigung mit der Yin-Pyramide steht noch aus. Das wird ein nächster Schritt im Ausgleich der männlichen und weiblichen Kräfte im Mondseeland sein.



 
 
   
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