GELA
Rositta Virag
Lehen 67
A-5311 Innerschwand am Mondsee
Tel. + Fax: +43 (0)6232 6150
Email: info@gela.at

 
Willkommen
VERANSTALTUNGEN
LICHTEXPRESS
  Lichtexpress 77 - Anfang 2019
  Lichtexpress 75/76 - Herbst 2018
  Lichtexpress 74 - Frühjahr 2018
  Lichtexpress 73 - Sommer 2017
  Lichtexpress 72 - Frühjahr 2017
  Lichtexpress 71 - Winter 2016/17
  Lichtexpress 70 - Herbst 2016
  Lichtexpress 69 - Frühjahr 2016
  Lichtexpress 68 - Winter 2015/16
  Lichtexpress 67 - Herbst 2015
  Lichtexpress 66 - Frühjahr 2015
  Lichtexpress 65 - Winter 2014/15
  Lichtexpress 64 - Sommer 2014
  Lichtexpress 63 - Winter 2013/14
  Lichtexpress 62 - Herbst 2013
  Lichtexpress 61 - Sommer 2013
  Lichtexpress 60 - Frühjahr 2013
  Lichtexpress 59 - Winter 2012/13
  Lichtexpress 58 - Herbst 2012
  Lichtexpress 57 - Sommer 2012
  Lichtexpress 56 - Frühjahr 2012
  Lichtexpress 55 - Winter 2011
  Lichtexpress 54 - Okt./Nov. 2011
  Lichtexpress 53 - Juni 2011
  Lichtexpress 52 - April/Mai 2011
  Lichtexpress 51 - März 2011
  Lichtexpress 50 - Feb. 2011
  Lichtexpress 49 - Jan. 2011
  Channelings
  Aufstieg/Ascension & Spirituelles
  Gesundheit
  Umwelt
  English News
ONLINE SHOP
Lichtexpress Archiv
Meditationsthemen Archiv
Teilnehmerstimmen
Erfahrungsberichte
Spenden und Sponsor-Topf
Links
 

 
Newsletter
Jetzt abonnieren!
 

 
Seitensuche
 

EINE GESCHICHTE, WIE DER PLAN DER INDIGOS AUSSEHEN KÖNNTE - aus dem Buch: Sophia und Anders, von Marianne Fredriksson


Georg Keppler hat eine sehr anregende Geschichte, die perfekt ins Zeitgeschehen paßt, gefunden und für uns interpretiert.

Langsam, ganz langsam schwebten die Kinder der Decke entgegen. Sie machten eine Drehung um Jesus, als würden sie ihn einladen, mit ihnen zu kommen. Aber er konnte sich nicht vom Kreuz lösen, an das die Menschen ihn genagelt hatten. Deshalb schüttelte das Mädchen traurig den Kopf, als sie dem Gewölbe der hellblauen Kirche weiter entgegen schwebten. Ihre Hand um die des Jungen griff fester zu. Die Geschwindigkeit der beiden steigerte sich.

„Mein Gott“, flüsterten die Leute vor Schreck, da sie jeden Augenblick erwarteten, dass die Kinder gegen die Mauern prallten. Aber ein Wind kam auf und öffnete das Gewölbe, ein kräftiger Sturm, der durch das Gebäude brauste und den Kirchengeruch hinaus trieb. Und sie sahen den Himmel. Alle sahen den Himmel, als die Kinder auf ihrer Reise der Sonne entgegen verschwanden, von den Windböen gewiegt wie leichte Vögel im Sturm. Dann schloß sich das Kirchendach, und es war, als wäre nichts geschehen.

Es war während des Hauptgottesdienstes an einem Adventssonntag in der Kirche von Östmora. Zweihundertundacht Seelen hatten sich eingefunden. Die meisten kamen einfach aus Lust und Laune, unvertraut mit dem Ritual mit vagen Erwartungen. Dreiundvierzig gehörten zu den üblichen, treuen Kirchengängern. Sie kannten eineander seit vielen Jahren, nicht nur dem Namen nach.

Maria Elofson wurde vermißt. Das war sicher der Rücken, flüsterten sie. Der Doktor war da, wie immer, seit seine Frau gestorben war. Die Brüder Björkmann saßen in der zweiten Reihe, frisch gewaschen und rotwangig verströmten sie üblichen Duft nach altem Kaffee. Sie hatten wie stets am Sonntagmorgen, die Flecken auf ihren schwarzen Anzügen mit dem Satz aus dem Kaffeekessel ausgerieben. Drei Mädchen die im Frühling konfirmiert werden sollten, waren auch da, rechts in der ersten Bank.

Der Pfarrer war jung, schwach im Glauben und stark in der Rede.

Kurz gesagt, nichts hatte erahnen lassen, dass Östmora an diesem Tag von einem Wunder heimgesucht werden sollte. Das einzige Ungewöhnliche waren die Kinder gewesen. Sie hatten direkt vor dem Altar gesessen, ganz weit vorn in der ersten Bank, und das Mädchen, das größer war, hatte seinen Arm um die Schulter des Jungen gelegt. Mia Johansson, die eine Ausnahme unter Gottes Kindern bildetet und in allem nur Gutes sah, dachte gerührt, dass Kerstin Horners merkwürdiges Enkelkind sicher ein gutes Herz hatte und außerdem viel Geduld mit Berglunds blindem Jungen.

Aber dann überlegte sie etwas beunruhigt, dass die Berglunds, die ja dem schwedischen Missionsverbund angehörten, es vielleicht gar nicht gern sahen, wenn das Mädchen den armen Blinden in die Staatskirche nahm. In der Bank hinter sich hörte sie die Schwester Enström flüstern, es ärgere Kerstin Horner bestimmt, das ihre Enkelin Gott aufsucht. Heidin, die sie war, und hochmütig dazu.

Der Pfarrer stand auf der Kanzel und las laut seine Predigt, deutlich und mit langen Pausen. Die Akustik des Kirchenraums zwang ihn zu den Unterbrechungen, und jedes Mal, wenn er das Echo der Kuppel abwartete, spürte er die Angst. Ich sollte mir einen anderen Job suchen, dachte er. Eigentlich hätte er darauf vorbereitet sein müssen, der Neupfarrer Karl Erik Holmgren. Hatte er doch seinen Tag mit einem verzweifelten Gebet an den Gott begonnen, an den er nur schwer glauben konnte. Ein Gebet ohne alle Hoffnung auf ein Wunder, das ihm das Vertrauen der Kindheit wiedergeben könnte.

Aber als die Kinder dem Kirchendach entgegen schwebten, empfand er genauso viel Angst wie alle anderen, genauer gesagt sogar noch mehr. Hätte er nur seine Stimme und die richtigen Worte gefunden, so hätte er geschrien: Hör auf Gott, hör doch auf. Ich habe es nicht so gemeint ...

Nun geschah das Wunder aber nicht während seiner Predigt, sondern erst während des Kirchenliedes „Bereitet den Weg für den Herrn! Die Berge versinken, die Tiefen erheben sich.“ Unerhörte Worte, dachte der Pfarrer, von viel größerer Bedeutung als zwei Kinder, die zum Kirchendach hinauf flogen. Im selben Augenblick, als er dies dachte, hörte er Gott lachen. Gott lachte. Er stellte das Wunder von Östmora infrage, machte es ganz einfach lächerlich. Aber nur der Pfarrer hatte Gottes Lachen gehört, und das würde ihn von nun an sein ganzes Leben lang wie eine besondere Gabe begleiten.

Nachdem die Kinder verschwunden waren und das Kirchendach sich wieder geschlossen hatte, saßen die Leute wie versteinert da. Sie sahen erschrocken auf ihren Hirten, er müsse doch etwas sagen, was sie wieder auf den Boden der erklärbaren Tatsachen zurückführte. Aber er stand unbeweglich da, das Gesicht dem geschlossenen Dach zugewandt. Und er lachte; ja genau, das tat er.

Das wurde hinterher lebhaft besprochen, das Lachen des Pfarrers. Bei weitem nicht alle hatten es gesehen, viele bezweifelten es. Die drei Konfirmantinnen, die in der ersten Bank gesessen hatten, bestritten es. „Ach was, er hat nur blöd geguckt.“

„Er sah selig aus“, sagte Mia, die immer nur das Beste wollte. Einig waren sich jedoch alle darin, wer den Bann in der Kirche gebrochen hatte, alle erinnerten sich daran, wie Nils Björkman sich erhoben hatte und rief. „Aber um Gottes willen, wir müssen die Kinder finden!“ Das half. Plötzlich konnten sie sich bewegen, sie holten Luft und zwängten sich durch die Kirchentür, um in alle Richtungen zu schwärmen und zu rufen: „Sofia, Anders!“

Die Björkmann Brüder nahmen sich den Friedhof vor, suchten hinter jedem Stein, hinter jeder Mauer und jeder Hecke. Linnes Haglund, die Schmerzen in den Beinen hatte, erklärte, sie seien dumm, es müsse doch jedem klar sein, dass die Kinder weit weg getrieben seien – bei der Geschwindigkeit, die sie drauf hatten, als sie durchs Dach sausten.

Der Doktor kam auf die Idee, den Eltern Mitteilung zu machen. Er selbst übernahm es, Kerstin Horner anzurufen. Seine Hand, die den Telefonhörer hielt, zitterte. Was in Gottes Namen sollte er nur sagen, überlegte er, während er in der Sakristei stand und versuchte, seinen Blick an den Pfarrersgewändern auf ihrem Bügel festzuhalten.

„Horner“, sagte die ruhige Stimme im Hörer.

„Ja, hallo, hier ist Ake Arenberg. Ich, ich wollte hören, wie ... wie es Sofia geht?“

„Das ist aber nett“, sagte die Stimme. „Weißt, du, sie hat die Weihnachtsgrippe, die gerade umgeht, leichtes Fieber und so. Aber ich glaube, nichts Ernstes.“

„Aber wo ist sie?“ Jetzt schrie er, und sie sagte ganz ruhig und verwundert, dass Sofia schlafe, wie Kinder es tun, wenn sie Fieber haben. Sie sei nach dem Frühstück wieder eingeschlafen.

„Ich habe ihr eine Tablette gegeben,“ sagte sie entschuldigend. „Gegen die Kopfschmerzen. Aber warum fragst du?“

Lange Zeit blieb es still, schließlich brachte er gepresst heraus: „Hier gibt es Leute, die meinen, sie hätten sie gesehen.“

„Wo?“

„Auf .. auf dem Weg aus der Kirche.“

„Dann haben sie Gespenster gesehen,“ sagte Kerstin lachend. Und der Doktor, der es nicht länger aushielt, legte den Hörer auf.

Zur gleichen Zeit kamen die Brüder Björkman zurück in die Kirche, keuchend und heftig aufeinander einredend. Sie waren bei den Berglund gewesen und hatten mit eigenen Augen Anders schlafen sehen, ziemlich unruhig aufgrund des hohen Fiebers. Der Blinde hatte den ganzen Vormittag geschlafen, seine Mutter war beunruhigt und wollte gern, dass der Arzt vorbeikomme, und sich den Jungen einmal anschaue.

(Kapitel 1 aus „Sofia und Anders“ von Marianne Fredriksson, ISBN 3-8105-0652-4)



Im weiteren Verlauf des Buches stellt sich heraus, dass es sich die beiden Kinder beigebracht hatten, zusammen zu träume. Es war nicht ihre Absicht gewesen, dass ihr Traum sichtbar für andere werden sollte.



Fortsetzung:

Sofia wachte um Mitternacht auf, wie sie es sich vorgenommen hatte und lauschte aufmerksam zum Zimmer der Oma [Kerstin, sie zieht Sofia auf]. Diese schlief fest. Das war gut. Jetzt ging es darum nachzudenken, ganz ruhig, eine nach dem anderen. Sie setzte sich auf, stopfte die Kissen hinter ihren Rücken, schaute in die Nacht und horchte, wie der Wind mit dem Regen spielte und seine Schauer zwischen die kahlen Bäume trieb.

Immer, immer wieder, sagte sie leise und nickte jedes Mal. Immer wieder habe ich gedacht, dass die Leute bescheuert sind. Alle, die Großen und sie Kleinen, ausgenommen höchstens Klara [Sofias Mutter, Kerstins Tochter], die auf eine andere Art und Weise dumm ist. Und heute habe ich erfahren, dass das daran liegt, dass sie nicht die Gedanken der anderen hören können, dass es so ungewöhnlich ist, dass man nicht einmal glaubt, es können gehen.

Es ist etwas merkwürdiges an mir. Deshalb konnte ich Anders dazu bringen, meinen Traum zu träumen, und die Leute in der Kirche, ihn zu sehen, obwohl ich das gar nicht wollte. Und deshalb musste Omas Feuervogel sofort die Flammen immer löschen. Das Feuer wird immer entfacht, wenn sie Angst hat. Und sie hat Angst, wenn ich ihr erzähle was der Berg sagt, was Tante Inger denkt, dass Hans [Sofias Großvater] auf dem Schiff sich Sorgen macht; und ich dachte, alle würden es sehen und hören.

Ich habe mich immer gewundert, warum man nicht darüber reden durfte. Ich dachte, das sei wie Pinkeln und Stuhlgang, dass die Großen einfach nicht wollen, dass man darüber spricht. (..)

Ich mag Anders so gern. Aber er hat Angst vor mir. Weil er begreift, dass mit mir etwas nicht stimmt. Er hat verstanden, weil er ein bisschen auch so ist wie ich, wenn er zum Beispiel sagt, so eine blöde Frau sei eisblau mit roten Flammen an der Spitze. Wir waren uns nur einige Male nicht einig, zum Beispiel als ich sagte, seine Mama wäre grün, und er aber meinte, natürlich wäre sie außen grün, aber darunter gäbe es die Masken. Ich konnte sie nicht sehen, und deshalb wurde er schrecklich wütend auf mich. Und jetzt will er mich nicht mehr sehen – und heute Abend habe ich verstanden, warum. Er will nicht, dass ich seine Gedanken lese.

Mit Oma kann ich nicht darüber spreche, denn dann würde ihr Feuervogel sie verbrennen. Hans? Vielleicht ginge das. Aber er ist immer so weit weg. Und Papa, er würde nur böse werden. Klara? Lange Zeit dachte sie an Klara, die es wußte, die wie Anders war, und die selbst ... Aber Klara war ja noch ängstlicher als Anders. Deshalb bin ich ja so böse auf sie, dachte Sofia. Und im nächsten Augenblick: wovor haben sie eigentlich Angst? Es musste gefährlich sein, etwas, woran man sterben konnte. Beide, Anders und Klara verleugnen das und lügen. Sie schämen sich. Es musste etwas sein, was peinlich war.

Dann fiel ihr Tante Inger ein, die Einzige, die offen über Sofias Gaben sprach. Sie nannte es eine Gabe, als wäre es etwas Schönes. Und sie selbst beschäftigte sich damit, tut jedenfalls so, als könne sie es. Obwohl das gelogen ist, sie deutet ihre Sterne und guckt in die Zukunft und weiß dabei gar nicht, dass es gelb und falsch um ihren Kopf herum funkelt. Und die Leute lachen hinter ihrem Rücken über sie. Sie wissen, dass sie nur blufft, obwohl sie das andere gar nicht verstehen. Das ist auch lächerlich. (...)

Sie dachte wieder an ihre Oma, denn Oma war auf jeden Fall diejenige, der sie am meisten glaubte. Wenn sie nicht die Gedanken andere hören oder einen Baum tanzen sehen konnte, musste es langweilig für sie sein. Denn ich habe doch Recht, dachte Sofia. Die Welt ist voller Geheimnisse. Wenn die anderen sie nicht sehen, nichts von ihnen wissen ... Ich würde zu gern wissen, in was für einer Welt sie herumlaufen, all die anderen. „Wie sie aussieht und klingt“, sagte sie laut. (S. 145 ff)


Das Mädchen gehorchte, und nun kam die ganze Geschichte über das gemeinsame Träumen, wie Anders uns sie den ganzen Sommer geübt und sich schließlich für den Adventssonntag entschieden hatten, ans Licht.

„Es hat mit dem Lied begonnen, wissen sie, über die Berge und Tiefen. Nein, wichtiger war noch etwas anderes, das Kirchenlied >Bereite den Weg für Gott<. Anders hat gesagt, dass es Gott nicht gibt, das sei nur ein großer Bluff. Aber ich habe gesagt, dass ich ihn doch in der Kirche gesehen habe, wo er am Kreuz hängt. Anders fand das furchtbar; wenn Gott festhing, konnte er doch den Menschen nicht helfen. Deshalb wollten wir versuchen, ihn loszukriegen.“

„Mein Gott“, sagte Holmgren [der Pfarrer].

„Wir haben auch zu Gott gebetet, aber das hat nicht geholfen. Er konnte ja von den vielen schrecklichen Nägeln und so nicht loskommen. Das haben sie selbst gesehen.“

Karl Erik Holmgren versuchte, sich zu konzentrieren und sagte, dass die Figur am Kreuz doch nur ein Abbild Gottes sei, das müsse sie doch verstehen. Eine Skulptur. „Das ist nicht Gott selbst, IHN kann man nicht sehen, ER ist reiner Geist.!

„Ich habe versucht, das zu verstehen, als sie gestern ihre Predigt gehalten haben. Aber es ist schwierig. Warum reden sie über den Geist, als wäre es eine Person?“

„Das ist auch nur ein Bild.“

„Aber nein, das sind doch Worte.“

Nun griff Kerstin Horner ein und erklärte, dass man auch mit Worten malen könne. „Wie zum Beispiel in Märchen, das weißt du doch“, sagte sie.

„Ja, das stimmt“, räumte das Kind ein. „Du liest von einer Prinzessin, und ich kann sie sehen. Aber es gibt auch in Wirklichkeit Prinzessinnen, welche, die man sehen und anfassen kann.“

„Sofia“; sagte Kerstin. „Gott gehört zu den anderen, weißt du. Wenn ich dir gesagt habe, du sollst die verschiedenen Wirklichkeiten auseinander halten, dann meinte ich nicht damit, dass du die anderen leugnen solltest.“

„Aber ich vermische sie doch gar nicht. Das sind die in der Kirche, die sie nicht auseinander halten können.“

Kerstin konnte nur schwer ein Lächeln unterdrücken, und der Pfarrer nickte und sagte, dass in Sofias Kritik eine gewisse Wahrheit stecke. Aber sie solle doch weiter erzählen.

„Wir haben sehr, sehr lange geübt“, sagte das Kind. „Am schwierigsten war es hinzukriegen, dass wir Sonntag um elf Uhr schliefen. Aber dann überlegten wir, dass wir vielleicht krank werden könnten. Und das klappte auch wirklich, sodass wir träumen konnten. Wir hatten nicht geplant, dass die anderen unseren Traum sehen sollten. Das war schon komisch, dass sie das konnten. So, jetzt habe ich jedenfalls alles erzählt, jetzt wissen sie, wie das Wunder zustande gekommen ist.“

Kerstin nickte, aber der Pfarrer schaute hinaus aufs Meer und dachte intensiv nach. Als sein Blick sich wieder dem Mädchen zuwandte, sagte er: „Ich sehe nur nicht, dass es dadurch verständlicher geworden ist.“

„Nein“, bestätigte Sofia, „das wohl nicht. Aber ich dachte, Sie sollten es wissen.“

„Dafür bin ich dir auch dankbar“, sagte der Pfarrer und blickte wieder aufs Meer. Er sah unentschlossen aus, aber schließlich sagte er: „Weißt du, Sofia, bei diesen Gesprächen ist es so, dass auch das, was der Pfarrer sagt, geheim ist. Ich möchte dir auch etwas erzählen. Kann ich dir vertrauen?“

„Ich schwöre“, sagte das Mädchen, und Karl Erik Holmgren erzählte ihr, welche Schwierigkeiten er mit seinem Glauben gehabt hatte und wie verlogen er sich fühlte, als er predigen sollte. Gerade an jenem Sonntag hatte er Gott den ganzen Morgen um eine Zeichen, ein Wunder gebeten.

„Dann war es ja ein Doppelwerk“, meinte das Mädchen verblüfft.

„Was?“

„Na, es kam aus zwei Richtungen. Sie haben für sich gebetet, und wir haben für uns geträumt. Da wurde es so stark, dass Gott nicht widerstehen konnte. Deshalb hat er mit uns herum gespielt ...“ (S. 184ff)




GEDANKEN DAZU

Ich habe das erste Kapitel während eines Seminars vorgelesen, um einen Eindruck zu vermitteln, was geschehen könnte, wenn sich die Indigo Kinder mental verbinden und anfangen, einen gemeinsamen (den „Plan“) Traum zu verwirklichen. Die Reaktionen waren ähnlich, wie in der obigen Kirche, erst herrschte Schweigen, und dann brach es jemand mit Worten, die nur sehr vage mit dem gerade Geschehenen zu tun hatte, aber sehr viel damit, was die Person selber gut konnte.

Wenn ein Geschehen im Außen die Dimensionen meiner vertrauten Wahrnehmung zu sprengen droht, dann suche ich nach Möglichkeiten, die das Wahrgenommene innerhalb meiner vertrauten Wirklichkeit erklärt und es darauf begrenzt. Das mag durchaus absurde Formen annehmen, wie im obigen Fall hinter jedem Grabsteinen nach den Kindern zu suchen. Oder ich konzentriere mich auf unwichtige Detail, z.B. ob der Pfarrer nun gelacht hat oder nicht.

Oder aber ich erkenne es als ein Geschehen an, das außerhalb meiner Möglichkeiten liegt und suche nach einer Erklärung, warum ich nichts tun kann. Die fußlahme Dame argumentiert, die Kinder seien zu weit weg geflogen, um nach ihnen (zu Fuß) zu suchen.

Wenn die Indigo- und Kristallkinder beginnen, ihre Wirklichkeit zu manifestieren, dann werden wir in einer sehr ähnlichen Situation sein. Es sprengt unsere gewohnte Wahrnehmung, und wir werden gezwungen sein, auf Geschehen zu reagieren, die unserer vertrauten Wahrnehmung widersprechen.

Und ein jeder wird wählen müssen, ob er/sie seine/ihre Wahrnehmung und subjektive Wirklichkeit erweitert, oder sie gegen die sich bereits manifestierte Erweiterung der kollektiven Wirklichkeit sperrt. Das Bild der „flachen Erde gegen das ständige eigene Zeugnis vom Wunder der Umrundung des Globus“ aufrecht zu erhalten, wird soviel Lebenskraft verbrauchen, dass sich dieses Leben nicht mehr aufrecht erhalten läßt.

Ich könnte mir natürlich auch von den Kindern erklären und zeigen lassen, wie die „Wunder“ geschaffen werden, und obwohl ich sie vielleicht niemals ganz verstehen werde, sie trotzdem in meinen täglichen Alltag einbauen, genießen und selber wirken.

Ich habe die freie Wahl. Sie beinhaltet nicht die Möglichkeit, nicht wählen (reagieren) zu können. Insofern ist die Wahl ein „muss“, denn auch das „nicht Wählen“ ist eine Wahl und hat Konsequenzen: „Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen schleift es.“ (Epiktet)

Lasse ich mich führen, dann kann und wird mein Weg von Freude begleitet sein, lasse ich mich schleifen, dann werde ich eher heulen und mit den Zähnen klappern. Vielleicht unterscheiden sich die Endpunkte der Reise in beiden Fällen überhaupt nicht, doch wie ich den Weg empfinde, das ist sehr unterschiedlich.

Wenn man dir die Wahl zwischen freuen und leiden überläßt, wie hast du dich bis jetzt entschieden, und wie wirst du dich ab jetzt entscheiden?

Georg Keppler
10.9.2007

Danke für den Beitrag!

 
 
   
Copyright © 2007 GELA, All rights reserved