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LESEPROBE aus dem Buch ERSCHAFFUNG DER WELT - von Arcady Petrov - Teil 3


Lesen Sie hier weiter aus dem spannend geschriebenen Erfahrungsbericht über das innere Sehen von Arcady Petrov und Igor Arepjev.

Er hat Panik. Geht zum Tisch. Zur seiner Frau.

„Ljusja, kann ich dich kurz stören?“

Was macht er da? Er reißt seine Frau aus dem höchst interessanten Gespräch mit der Nachbarin über Damenunterwäsche.

„Was ist denn?“, fragt sie unzufrieden.

„Komm kurz mit“, bittet er sie.

Sie steht unwillig auf und sie gehen weg.

„Ich habe ein Problem“, erklärt er, „der Biocomputer geht nicht an. Petrov macht irgendetwas. Ich sehe weder ihn, noch sein Haus. Er hat einen mächtigen Schutz aufgebaut. Es muss Petrov sein, ich bin mir sicher.“

„Und wer könnte von unseren Leuten sonst noch auf so einem Niveau arbeiten?“,  fragt sie gelangweilt. Es scheint, dass die Probleme ihres Mannes sie nicht besonders interessieren. „Katja?“

„Natürlich nicht!“

„Nadja?“

„Rede keinen Unsinn. Es ist Petrov. Arcady Petrov, was machen sie bloß?“

„Wir sind unartig“, lachen Igor und ich.“

„Natürlich, es ist Petrov“, erklärt Lapschin laut. „Wann habt ihr das gelernt?“

 

Schweigend entfernen wir den unsichtbaren Kubus, wir befreien Wjatscheslaw aus der Gefangenschaft, wir gehen zur zweiten Stufe über.

Ein aufregendes Abenteuer - es jauchzt das Herz, die Seele jubelt.

Am nächsten Tag benutzten wir wieder den Schutz von Grigori Grabovoi und beschließen, die weiteren Niveaustufen zu untersuchen.

Wir beginnen mit der dritten Stufe. Links und rechts waren Tore. Der Eingang in die astrale Welt des immateriellen Raumes.

Wir haben uns entschieden, nach links zu gehen. Wir gehen hinein. Es ist kalt, ein modriger Geruch liegt in der Luft. Wir sehen Menschen. Sie sind leicht, wie Ballons. Es ist das Reich der Toten. Sie sind in dunkle Kittel gekleidet. Ihnen ist schlecht, es ist ungemütlich hier. Sie sehen uns nicht, wegen des Schutzes, der sich um uns befindet. Lange möchte man sich hier nicht aufhalten.

Wir haben uns entschieden, unsere Forschungsrichtung zu ändern. Wir betreten den Bardo-Kanal. Gegenüber von uns sind weitere Tore. Wir gehen hindurch. Ein geradezu gegensätzliches Bild. Es riecht nach Frühling. Alles hier sieht aus wie auf der Erde. Die Menschen scheinen fast leiblich anwesend. Sie arbeiten hier wie auch zu Lebzeiten. Irgendwann werden sie wieder auf die Erde zurückkehren und vergessen, dass sie je in dieser Welt gewesen sind. Die Schlinge der Unendlichkeit in Form einer Acht. Das Band des Möbius.

Wir kehren wieder in den Bardo-Kanal zurück. Wir steigen senkrecht auf die nächste, die vierte Stufe hinauf.

Wir blicken nach links – da sind Berge, Meere, die sich ins Unendliche erstrecken. Über ihnen hängen schwarze gewittrige Wolken, Luftwirbel, Wirbelstürme. Sehr seltsame Wirbelstürme! Wir wissen nicht, woher die Antwort plötzlich kommt. Es sind harmonielose Menschenseelen. Die Antwort drang einfach durch unser Bewusstsein. Es hörte sich fast so an, als würde jemand unsere Gedanken lesen und bereit sein, uns notwendige Antworten auf die Fragen zu liefern, die sich im Verlauf dieser ungewöhnlichen Exkursion zwangsweise stellen werden.

Wir verlassen diese Stufe wieder und überqueren den Bardo-Kanal. Es scheint, dass die rechte Seite des Systems den Menschen wohlgeneigter ist als die linke. Wir sehen die Weiten des Ozeans. Die Strahlen der Sonne wärmen uns sanft. Ein leichter Sommerwind umspielt unsere Gesichter. Das ist die Grenzenlosigkeit des Schönen. Wir hören in uns wieder diese geheimnisvolle Stimme, die uns erklärt, was wir hier gerade betrachten: An diesem Ort kann das Wissen und das Talent für den Gesang, das Zeichnen, die Dichtkunst und vieles mehr geschöpft werden. Das ist das Haus der Musen, die Quelle der Eingebung.

Wir kehren auf die erste Stufe zurück. Irgendwie haben wir den gleichen Gedanken: Wir könnten doch wieder Herrn Lapschin besuchen!

 

Er versuchte uns den ganzen Tag auszuspionieren. Es ist ihm nicht gelungen. Einen solchen Schutz, wie unseren, wird er nicht umgehen können. Er ist beunruhigt und zeichnet irgendwelche Schemata, um mich zu erreichen. Sein einziger Gedanke: „Es ist Petrov“.

Ich fahre in ihn. Ihm wird schlecht. Wir ziehen uns wieder zurück. Zusammen mit Igor schaffe ich für ihn eine positive Aura, wir lindern die Krämpfe.

Lapschin fühlt sich besser. Er ist ans Fenster getreten, atmet.

„Arcady Petrov, sind sie das?“

Ich schweige.

„Wie haben sie das geschafft? Wann ist es in ihnen erwacht? Sind sie das wirklich?“

In seinem Kopf herrscht Verzweiflung und Leere. Er strebte sein ganzes Leben danach, das zu erreichen und ihm ist es nicht gelungen.

„Arcady Petrov, ich muss eingestehen, dass ich in einigen Sachen Unrecht hatte.“

Er hat Tränen in den Augen.

Schweigend stimme ich zu und gehe weg. Igor ist neben mir. Wir kehren nach Moskau zurück.

In der Nähe des Hauses empfinden wir eine undefinierbare Schwere. Wir bleiben stehen, sehen uns aufmerksam um. Über der Schutzatmosphäre des Hauses kreist ein großer schwarzer Rabe. Ein immaterieller.

Aha, der Astral ist also nervös geworden! Jetzt ist es schon zu spät sich aufzuregen. Igor und ich transformieren uns. Ich bin ein Schimmel in Panzerung, auf mir der Reiter mit Speer und Schild – der Heilige Georg. Er schnappt sich das Schwert und nähert sich dem Raben. Wir haben uns entschlossen, zuerst eine weiche Art der Konfrontation zu wählen, wie Grigori Grabovoi es uns gelehrt hat. Die Frage „Warum?“ formen wir so um, dass sie mehr zu unserer Gestalt passt:

„Was willst du, dich ein bisschen warmlaufen, kämpfen?“

 

Der Rabe gerät in Panik. Er sieht einen riesigen Reiter, dessen Kopf über die Wolken hinausragt. Er weiß, was es ist. Das geflügelte Pferd ist der Kosmos. Der Reiter ist die Kraft und der Verstand der Gesellschaft, der ganzen Menschheit. Jetzt zu dieser Zeit wurden sie uns übergeben. Und der Rabe weicht zur Seite und verschwindet. Die harte Phase der Konfrontation wurde in eine weiche umgewandelt. Der heilige Georg braucht nicht unbedingt hinter jeder Krähe nachzujagen. Natürlich ist nicht jeder Rabe gleich, genauso wie sich eine alte Legende von einer modernen Müllhalde unterscheidet, so haben wir den Feind mit diesem Vergleich gedemütigt. Die Situation hat ein Gesicht bekommen. Jetzt wissen sie, wo sie uns finden können. Nun ist es an der Zeit, ihnen ein wenig den Kopf zu lüften. Danach werden sie nicht mehr wissen, ob es tatsächlich hier ist oder vielleicht doch wo anders. Wir verspüren die Notwendigkeit einen Trick anzuwenden, die uns von der vorhergehenden Phase suggeriert wird. Wir präzisieren.

„Wovor fürchten sich Raben?“, frage ich Igor.

„Vor einer Vogelscheuche.“

Wir haben uns an die Hologramm-Kopie von Grigori Grabovoi erinnert. Jetzt wird die Hologramm-Kopie des Heiligen Georg auf den Posten neben das Haus gestellt. Wenn sich jemand mit bösen Absichten dem Haus nähert, wird uns die Kopie benachrichtigen und wir werden augenblicklich reagieren können, von einer beliebigen Entfernung aus. Außerdem kann der Schild selbständig handeln, allerdings nicht ganz so frei, wie Igor und ich.

In uns ertönt wieder jemandes Stimme: „Fürchtet euch nicht, es ist unmöglich das zu verhindern. Es wird wieder eine Abtastung des Raumes vorgenommen, zwecks positiver Rekonstruktion“.

„Wir fürchten uns nicht“, antworten wir laut, „weil unsere Handlungen nicht vom Schöpfer getrennt sind, der diese Handlungen erzeugt.“

Wir sind über die Synchronität der Antwort erstaunt und tauschen mit Igor Blicke aus.

 

„Ihr müsst euch die Technik der Lenkung aneignen“, hören wir die Stimme, „ihr müsst bestimmen, welche Bewusstseinszustände, vom Standpunkt der Seele, ohne eine Lenkung durch Logik eine gesteuerte Phase schaffen. Versucht es bei der Arbeit mit dem materiellen Raum nachzuvollziehen. Die Lenkung realer Ereignisse kann man sich nicht sofort aneignen, dennoch ist eine Ereignislenkung wichtig.“

Also eine Aufgabe haben wir schon mal. Sie ist klar und deutlich, wie die unvergessliche Losung von Lenin: „Lernen, lernen und nochmals lernen!“

Am Morgen des nächsten Tages, um punkt acht Uhr, sitzen Igor und ich, wie man es von gewissenhaften Schülern erwarten kann, bereits auf der Schulbank. Wir schalten die Bildschirme des inneren Sehens ein und finden uns sofort als Pferd und Reiter wieder. Scheint fast so, als würde man uns auf einen Krieg vorbereiten. Wir betrachten unser Äußeres genau.

Das Pferd ist durch einen Kettenpanzer geschützt. Über den Augen sind metallische Klappen angebracht, die im Kampf hinabsinken und die Augen schützen. Das ist Pegasus. Der Reiter trägt links einen länglichen geschmiedeten Schild, rechts ein sehr langes, dunkles Speer. Die Beine sind durch Kettenpanzer und Kniestücke geschützt. Die Stiefel sind mit  Metall beschlagen, die Stiefelspitzen sind nach oben gebogen. Am Gürtel hängt ein Schwert, sein Griff ist mit Edelsteinen bestückt. Ein sehr großer rosafarbener Stein schließt den Griff ab. Am Sattel sind Pfeil und Bogen befestigt. Die Pfeile befinden sich im Köcher. Es sind genau sieben Stück und unterschiedlicher Farbe: gelb, violett, grün, blau, braun, schwarz, weiß. Hinter dem Gürtel des Reiters steckt ein Stab. Sein Griff ist gebogen, auf dem Griff gibt es eine Aufschrift: „Rette und bewahre!“

 

Der Helm ist mit einem Kettenpanzer-Schleier umrahmt. In seinem Zentrum, über der Nasenwurzel, brennt ein riesiger Rubin. Um die Schultern trägt der Reiter einen sehr langen roten Umhang. Auf dem Kragen des Umhangs steht auch etwas geschrieben. Rechts am Sattel hängt eine kräftige Keule. Noch einmal sehen wir uns den Schild an. Darauf gibt es eine Zeichnung: Der Reiter bezwingt mit seinem Speer einen Drachen. Genau wie auf dem Wappen Moskaus.

Jetzt können wir aufbrechen. Nach ein paar Sprüngen befinden wir uns schon auf der zweiten Niveaustufe links, auf einem Gefechtsübungsplatz.

Wir probieren den Stein auf dem Helm und auch den auf meiner Stirn aus. Von ihnen gehen Strahlen aus. Wir steuern den Strahl mit Hilfe des Bewusstseins. Wir wissen nicht, woher die Information kommt, was und wie wir es machen sollen. Es fühlt sich so an, als wäre das Wissen bereits in uns selbst verborgen gewesen und hätte nur auf den richtigen Augenblick gewartet, um sich uns zu offenbaren. Und jetzt strömt es aus den Tiefen unseres Wesens.

Mit dem Strahl zeichnen wir eine Wiese, auf der ein prunkvolles altes Schloss steht. Wir bedienen uns dabei der gelben Farbe und prüfen: Kann man es wieder rückgängig machen? Der Strahl wird violett und löscht alles Gezeichnete. Mit der grünen Farbe holen wir das Schloss näher zu uns heran, mit der blauen Farbe rücken wir es von uns weg und verkleinern es. Was für eine schlaue Farbe! Mit ihrer Hilfe kann man einen Riesen in einen Zwerg verwandeln. Das muss ich mir merken, obwohl sich die Gelegenheit, es anzuwenden, wohl kaum bieten wird. Wir sind der Heilige Georg! Und das ist eine große Verantwortung. Wir sind schließlich ein Ritter!

Nun nehmen wir die schwarze Farbe. Das Schloss drehte sich zur linken Seite und wurde unsichtbar. Wir drehen es nach rechts und es wird wieder sichtbar.

Ein brauner Strahl: Das Schloss ist kleiner geworden und wie ein Luftballon nach oben geflogen. Wir drehen es gegen den Uhrzeigersinn  – es kommt wieder und stellt sich auf die vorige Stelle.

Mit dem weißen Strahl ergreifen wir es und ziehen es hinter uns her, wohin wir wollen.

Jetzt werden wir den Bogen austesten. Wir legen den Pfeil auf die Bogensehne, zielen auf das Schloss und schießen. Das gibt’s nicht… das Schloss ist eingestürzt, als wäre eine Interkontinentalrakete eingeschlagen. Wir nehmen den Speer. Wir zeichnen uns einen Schutz wie bei Lapschin: ein Quadrat, das mit gelben Linien in Sektoren eingeteilt ist. Wir schlagen mit dem Speer darauf: Der Schild zerfließt und läuft zu Boden, wie aufgetautes Speiseeis.

Wir fühlen uns angespornt. Jetzt brauchen wir einen aktiven Gegner. Wir erschaffen einen Drachen. Igor schnappt sich das Schwert, schwingt es, schlägt auf den Hals, noch bevor der Drache seinen Rachen aufmachen kann, um uns mit seinem Flammenwerfer zu wärmen. Der Kopf fliegt wie ein Kohlkopf zu Boden.

Das hätten wir geschafft. Wir machen die Aufgabe komplizierter und zeichnen einen dreiköpfigen Drachen. Aus irgendeinem Grund wissen wir ganz genau, dass sein linker Kopf die dunkle Kraft verkörpert, der zentrale Kopf das Wissen, die Macht, die Geschicklichkeit und die Gerissenheit. Der rechte Kopf ist der gefährlichste. Man muss ihn zuerst abschlagen.

Ein Schlag – es rollt der rechte Kopf weg. Der mittlere Kopf spuckt Feuer auf uns. Eine unglaubliche Hitze. Igors Umhang und meine Pferdedecke retten uns vor der Perspektive, zum Frühstück verspeist zu werden: Ein Braten aus Georg, dem Pechvogel. Igor hat wieder sein Schwert geschwungen und der zweite Kopf ist abgefallen. Der Drache hat ein wenig sein Gleichgewicht verloren. Der linke Kopf überwiegt und er schafft es nicht mehr uns zu schaden, versucht uns mit seiner Pfote zu erreichen, um uns mit dem Schwanz zu erschlagen, aber es gibt Probleme mit dem Gleichgewicht. Und Igor nimmt die Gelegenheit wahr und schlägt mit dem Schwert auf den Hals. Das war’s: Der Drache ist erledigt.

Von den Waffen ist einzig die Keule nicht zum Einsatz gekommen. Wir zeichnen einen riesigen Berg. Igor schlägt mit Inbrunst auf den Gipfel des Berges. Das ist vielleicht eine Macht - der ganze Berg zerfällt in kleine Stücke. Nur ein kleiner Hügel ist übrig geblieben.

Wir erproben die letzte Gabe des Himmels - den Stab.

Wir zeichnen einen Menschen. Aus dem Stab geht ein Strahl zu ihm aus, trifft direkt auf den Scheitel und verschwindet mit einem hellen Blitz im Sushumna, im zentralen Kanal. Der Mensch lebt auf, sieht sich um, ihm wurde Leben gegeben und er versucht zu verstehen, was das ist.

 

Wir wischen den Wissbegierigen weg. An seiner Stelle zeichnen wir einen schwarzen Vogel. Der Strahl schlägt ihm in den Schwanz und in den Kopf - der Vogel wird heller.

Wir wischen den Vogel weg und zeichnen einen Hasen. Wie kann man ihn beleben? Wir wirken mit einem Strahl auf die Beine und den Kopf ein, später berühren wir mit der Spitze des Stabes die Darstellung, wir materialisieren ihn. Es gelingt uns. Das bedeutet, die Reihenfolge ist jetzt klar: zuerst die Idee, dann die Energie, dann die Materie.

Interessant. Wir räumen hinter uns auf und kehren auf die erste Stufe zurück.

 

Wir stehen auf der Erde und sehen, wie sich um uns herum Familiennamen, Formeln, geometrische Figuren tanzen. Es sieht aus wie Milliarden von Fäden. Wir schnappen uns einen von ihnen und nehmen ihn in uns auf. Jetzt ist es wie ein Filmstreifen. Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe, Vulkanausbrüche, Katastrophen, Taifune – das ist jetzt alles in uns.

 Wir fangen einen anderen Faden. Wir sind unter Wasser. Um uns herum gibt es Fische, Korallenriffe, wir sehen, was dort lebt, sich entwickelt, stirbt.

Ein anderer Faden - eine Stadt, Autos, Computer, Netzstörungen, Ökologie, eine sehr angespannte Lage.

Wir wechseln das Band – jetzt sind da Sterne, der Mond, Satelliten, Raketen. Wir werden über eine mögliche Gefahr informiert, die eine Kollision der Erde mit einem Asteroiden betrifft. Vom Stoß wird die Erde anfangen sich schneller zu drehen. Es kommt zu einer furchtbaren Katastrophe.

Die Informationen laufen sehr schnell, in Form von Zahlen. In uns ertönt eine Stimme, dass wir die Zweiten sind, die den Zutritt zu dieser Information erhalten haben und dass das der Anfang der zweiten Etappe unseres Lebens ist.

Und wenn wir es schaffen diese Etappe zu bezwingen und die Erde zu retten, kommt die wichtigste Etappe, die dritte.

Einer der Informationsfäden beginnt unruhig zu vibrieren. Wir fangen ihn auf. Wir sehen ein Haus, so etwas wie einen selbstgemachten Altar. Ein Tisch. Darauf liegt ein Amulett, es brennen Kerzen und auf dem Tisch steht mein Foto. Neben dem Tisch steht eine Frau. Sie ist etwa fünfzig Jahre alt. Sie ist füllig, unter dem linken Auge hat sie ein Muttermal. Ihr Haar ist schwarz und lang und die Wimpern wie angeklebt.

Die Frau spricht eine Beschwörung aus. Es ist ein Ritual und es ist konkret gegen mich gerichtet. Das Ziel des Rituals ist die Kodierung der Information.

Igor nimmt einen Pfeil und schießt ihn in den Tisch. Es scheint, als hätte dort ein Erdbeben begonnen. Alles schaukelt, fällt runter. Die Kerze hat das Foto in Brand gesteckt, eine Ecke ist verbrannt. Die Frau gerät in Panik. In ihrem Bewusstsein gibt es Angst. Sie hat verstanden, dass sie es mit etwas zu tun bekommen hat, dass viel mächtiger ist, als sie. Sie lischt fieberhaft die Kerzen. Wir werden hoffen, dass ihr dies eine gute Lehre sein wird. Adieu, du hausbackene Hexe.

Wir steigen in den Bardo-Kanal hinauf, um das Studium der Niveaustufen zu beenden.

Das fünfte Niveau links: Finsternis, Orkane, Wirbel, Blitze, der Zustand des Menschen und der Natur. Da fliegt eine riesige Biene: die eine Seite gestreift wie bei einer Hummel. Es handelt sich um Hypnose.

Rechts das genaue Gegenteil: blauer Himmel, leichte Wolken, Frühlingsgewitter. Sonne, ein zarter Wind, Birken. Aber das ist auch Hypnose.

Mal sehen, wie es wirkt. Wir reiten zum Platz. Wir zeichnen zwei Häuser. In jedem lebt eine Familie. Wir beleben das Bild. Wir reiten nach oben. Wir nehmen uns zwei Beutel der hypnotischen Träume. In den einen legen wir den Wind, die Dunkelheit, die Feuchtigkeit. In den anderen die zarte Frühlingsbrise, die Landschaften mit den Birken. Wir schütten den Inhalt aus dem ersten Beutel über dem Haus aus: Etwas zerbricht, etwas gelingt nicht, alle in der Familie streiten sich, können sich nicht einigen. Wir schütten den zweiten Beutel über dem zweiten Haus aus. Dort lachen alle, strahlen, arbeiten. Die sechste Niveaustufe links. Hier spielt sich ein Schöpfungsprozess ab, aber ein irgendwie seltsamer: Talentlosigkeit, Graphomanie, vergebliche Anstrengungen. Rechts - große Eingebungen genialer Menschen. Hier holen sich die Künstler ihre Inspiration her, um ein Buch zu schreiben, um ein Bild zu malen. Ich fühle mich hier wohl, es ist angenehm, man will gar nicht mehr fort. Aber Igor ist schon müde. Wir müssen zurück.

 

* * *

 

Das Wissen über die Lenkungsstruktur der Erde hat wiederum eine Kaskade neuer Informationen hervorgebracht. Sie sind sofort als Eingebung in meinem Bewusstsein erschienen – woher und warum ist mir unbekannt. Ich wusste einfach, dass die Niveaustufen durch die Erddrehung um die eigene Achse entstehen, infolge einer elektromagnetischen Aufspaltung. Und jeder Planet des Sonnensystems hat einen bestimmten Einfluss auf diesen planetarischen Lenkungsmechanismus. Wobei die Niveaustufen nicht nur als eine Art Pyramide über den Nordpol ragen, es gibt auch welche, die zum planetarischen Kern führen. Es handelt sich eigentlich um zwei Pyramiden, die mit ihrer Grundfläche auf der Erdoberfläche zusammentreffen.

Ich habe diese Struktur akkurat auf einem festen Blatt Zeichenpapier aufgezeichnet. Es ist ein sehr interessantes Bild entstanden. Der helle, silberfarbene Bardo-Kanal geht als Schnitt von oben nach unten durch. Ein zweiter Kanal kreuzte in einem rechten Winkel den ersten. Es erschien ein deutliches Kreuz. „Und Gott schied das Licht von der Finsternis“. Womit hat er es getrennt? Es ist also so, dass der Bardo-Kanal, der mit der geheimnisvollen silbernen Farbe gefüllt war, eine Art göttliches Trennwerkzeug darstellte. Und sein Name ist der Heilige Geist.

„Und Gott hat zwei große Himmelskörper geschaffen: einen großen Himmelskörper für die Lenkung am Tag und einen kleinen Himmelskörper für die Lenkung in der Nacht und die Sterne“. Mit dem großen Himmelskörper war alles mehr oder weniger klar. Die Sonne ist der Stern unseres Planetensystems. Der kleine Himmelskörper rief Unverständnis hervor: Wo ist es? Denn es geht hier nicht um die Sterne - sie gelten extra. Vielleicht der Mond? Sein Einfluss auf die Ereignisse unseres Planeten ist sehr groß. Aber die Zweifel quälten mich. Ich fühlte, dass ich die Antwort auf diese Frage finden sollte, umso mehr, da Lapschin mehrmals von einer geheimnisvollen Sonne Nr. 2 gesprochen hat. Er verband damit mehr oder weniger die Pläne seiner Finanzmacht. Ich musste es in Erfahrung bringen. Und je schneller, desto besser.

An dieser Stelle möchte ich die unerfahrenen Leser unter ihnen vor einer Besonderheit der Hellsichtigkeit warnen.

Zuerst ein einfaches Beispiel. Wenn jemand Schmerzen in der Brust hat, wird ein Kardiogramm erstellt. Dabei wird natürlich nicht die ganze komplexe Tätigkeit unserer „Pumpe“ abgebildet, aber man erhält eine Vorstellung ihrer Arbeit. Für die Ärzte ist so eine Darstellung oft nicht nur notwendig, sondern auch ausreichend.

 

Wir wissen noch nicht, wie jene feinstofflichen Geschöpfe, mit denen die Hellseher arbeiten, in Wirklichkeit aussehen. Diese Geschöpfe wollen aber von sich aus mit den Menschen kooperieren. Deshalb nehmen sie für den Hellseher eine Gestalt an, die seiner gewohnten Kultur und Erziehung entspricht und kommunizieren mit ihm in der ihm vertrauten Sprache, indem sie z.B. Ausdrücke verwenden, die er seit der Kindheit kennt.

Jemand hat Schmerzen in der Brust und wendet sich an einen Hellseher und dieser sieht ein kleines Teufelchen, das die Aorta zudrückt. Kein Kardiogramm, sondern jenen, den wir aus den Märchen kennen. Der Hellseher kann wirklich mit ihm reden - nicht laut, sondern gedanklich, aber sie verstehen einander. Und übrigens kann dieses Teufelchen, wobei es unbedeutend ist, welche Gestalt angenommen wurde und aus wessen Phantasie es entsprungen ist, viel besser das Wesen der Krankheit des Patienten darstellen, als das vom Gerät gezeichnete Kardiogramm.

Ich glaube, dass das menschliche Gehirn, wenn seine Kapazität zu 50 % genutzt wird, und nicht wie üblicherweise zu drei bis vier Prozent, sich beliebige Prozesse, Zustände, ja sogar abstrakte Begriffe eben gerade in  einer sichtbaren Form vorstellen kann. Und dabei gibt es beim Drachen und bei dem obenerwähnten Teufelchen nur zwei bis drei Funktionen und eine durchaus klare, ziemlich primitive Bestimmung. Ein Zerberus isst nicht, trinkt nicht, läuft den Frauen nicht nach, bewacht nur den Eingang der Höhle.

Der Mensch ist multifunktional und besitzt viele Freiheiten. Gerade sein Bewusstsein erschafft unsere Welt, weiter oben wurde schon darüber gesprochen. Deshalb sind alle diese Gestalten, Geschöpfe, oder wie auch immer man sie noch bezeichnen mag, nur die Art, wie die rechte Gehirnhälfte jene natürlichen Erscheinungen interpretiert. Die linke Gehirnhälfte würde viele Jahre brauchen, um sie zu begreifen.

Ein einfaches Beispiel: Vor ungefähr einhundert Jahren haben Physiker die Tür zu einem früher der Menschheit unbekannten Land des Mikrokosmos, zur Welt des Atoms geöffnet. Die Wissenschaftler haben seit dieser Zeit dieses winzige „unteilbare“ Teilchen ziemlich aufmerksam und detailliert studiert, haben Erkenntnisse gesammelt über seine Bestimmung, seine Rolle in unserer Welt, bei dem Aufbau der Materie und der physischen Realität. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Max Planck und andere die Ersten waren, die auf dem Grund der materiellen Welt das Atom gesehen haben. 

Jeder, der die Geschichte des Altertums studiert hat, weiß, dass es den Philosophen Demokrit gab und vor zweieinhalbtausend Jahren sprach auch er über Atome und hat uns eine Beschreibung dieses Teilchens hinterlassen. Das interessante dabei: Die Beschreibung des Atoms, die uns die moderne Physik vorstellt und die Beschreibung des Philosophen Demokrit aus der historischen Stadt Abdera sind tatsächlich identisch. Aber alleine Max Planck hatte Zugriff auf Theorien, die sich in Hunderten von Jahren angesammelt hatten, Forschungsergebnisse anderer Wissenschaftler, ein gewisses Fundament des materialistischen Begreifens der Wirklichkeit; Domokrit hatte das alles nicht. Der Eine kannte Geräte, Experimente, bei dem Anderen gab es noch nicht einmal Mikroskope, ganz zu schweigen von molekularen Mikroskopen. Und nichtsdestotrotz hat er es auf irgendeine Weise gesehen und hat es - bedenken Sie: schon vor zweieinhalbtausend Jahren - ich wiederhole, genau gesehen. Im Grunde gab es auch keine Abweichungen zu der modernen Vorstellung vom Atom. Das bedeutet, dass er den Zugang zu diesem Wissen auf einem anderen Weg erhalten hat, durch Erleuchtung, Intuition oder man könnte es auch Hellsichtigkeit nennen. Es verfügen bereits heute nicht nur einzelne, sondern sehr viele Menschen über dieses Instrument oder diese Möglichkeit, sich in die Prozesse einzuschalten, die innerhalb des Organismus ablaufen, innerhalb der Zellen, innerhalb der Chromosomen. Und es gibt sogar Menschen, die über die Veranlagung verfügen, negative Ereignisse in positive umzukehren, dadurch nicht nur die Genesung herbeiführen, sondern in vielen Fällen sogar den Ablauf der Ereignisse verändern können.

 

Wie geschieht das? Wahrscheinlich gehören derartige Erscheinungen in eine Welt, die dem Erdbewusstsein grundsätzlich unbegreiflich bleiben, darauf geht auch Simon Franck in seinen Büchern ein. Aber ich erinnere noch einmal daran, dass wir auch das Wesen der Elektrizität bis heute nicht ganz durchschaut haben, was uns aber nicht daran hindert, die Elektrizität zu verwenden. Warum sollte man also jene Gestalten, die sich dem Hellseher zeigen, nicht für eine gute Tat verwenden?

Engel und Heilige sehen wir so, wie sie auf den Heiligenbildern dargestellt sind, deshalb erkennen wir sie leicht. Dank den Regeln der Ikonenmalerei können wir sie voneinander unterscheiden. Genauso verhält es sich auch mit historischen Persönlichkeiten, deren gemalte Porträts uns bekannt sind. Einige Porträts beruhen auf der Phantasie des Malers, warum auch nicht?

Und hier entsteht noch eine Bedingung: Je gebildeter der Hellseher ist, desto mehr sieht er. Um in einem alten Mann Sokrates zu erkennen, muss man wissen, dass es einen solchen Philosophen zu damaliger Zeit gegeben hat. Ein Hellseher, der als Bergbauingenieur arbeitet, sieht die Welt der jenseitigen Geschöpfe anders als z.B. ein Agrarwirt. Und wenn sie zusammenarbeiten, so wird ihr gemeinsames Arsenal der kulturellen Vorstellungen zum Einsatz kommen.

Hieraus ergeben sich durchaus sehr viele interessante Probleme. Und es ist schade, dass sich niemand mit der Geschichte der Hellsichtigkeit, der vergleichenden Analyse unserer Auffassungen und ihrer Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Mediums befasst.

  Das Jenseits wünscht also unsere Mithilfe, es braucht die Menschen. Was das Endziel dieser Zusammenarbeit ist, weiß ich nicht. Aber ich glaube fest daran, dass ich meine menschlichen Werte dabei nicht opfern muss.

Natürlich bin ich nicht der erste, der die Möglichkeiten der feinstofflichen Welt und seiner Verbindung mit der physischen Realität zu studieren und zu verstehen versucht. Mein Vorteil besteht nur darin, dass ich gleichzeitig sowohl der Forscher als auch ein Teilnehmer dieses Prozesses bin. Selbst in der ehemaligen UdSSR haben es viele Wissenschaftler gewagt, Meinungen auszusprechen, die im totalen Gegensatz zur damals vorherrschenden marxistisch-leninistischen Ideologie standen. Einer davon war das korrespondierende Mitglied der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, W. I. Siforow:

 

„Je weiter der Horizont des Wissens wird, desto stärker treten die Beschränkungen der kognitiven und intellektuellen Möglichkeiten des einzelnen Menschen zutage. Die fachbezogene Spezialisierung und die verschiedenen Fachrichtungen, die es in der Wissenschaft gibt, sind Resultat einer Bestätigung dieser Tatsache. Aus heutiger Sicht bestand das Wissen über das Universum aus einer relativen Wahrheit, gemessen an der Aufmerksamkeit, die Lenin dem Wissen schenkte. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Kosmos auf viele Überraschungen stoßen werden, einschließlich sehr „wunderlicher“ Formen von Materie. Ein intensiveres Studium des Raum-Zeit-Kontinuums, die Annahme einer Diskontinuität des Raum-Zeit-Kontinuums wird unseren Wissenshorizont enorm erweitern und uns solche Erkenntnisse liefern, an die wir heute nicht einmal im Traum denken und die aus heutiger Sicht verrückt und unsinnig erscheinen. Genauso,  wie es einst den Physikern verrückt erschien, dass an der Energieübertragung Quanten beteiligt sind. Je verrückter und paradoxer eine Idee erscheint, desto näher an der Wahrheit liegt sie meist. Dieses Paradoxon hat seinerzeit Niels Bohr abgefasst: „Vor uns haben wir eine wahnsinnige Theorie. Die Frage besteht darin, ob sie wahnsinnig genug ist, um richtig zu sein“.

Alles hier Gesagte steht in direkter Beziehung zur Hypothese des „denkenden Universum“. Die Betrachtung des Universums als ein System, das sich selbstständig verändert, das über gewisse Attribute verfügt und gewisse Ziele umsetzt, sprengt den Rahmen unseres jetzigen relativen Wissens. Womöglich ist das jene Situation, wo die Intuition der Wissenschaft zu Hilfe kommen kann.

Gerade zu der Zeit, als wir uns bei meiner Arbeit im Verlag „Chudlit“ einigermaßen aus dem Schuldensumpf herausgekämpft hatten und ein solides Wachstum aller Kennziffern vorweisen konnten, wurden wir von den strukturelle Umgestaltungen erfasst, die der stellvertretende Minister Grigorjew für diesen Wirtschaftszweig angedacht hatte. Bei dieser Neuverteilung spielten sich um uns herum schreckliche Szenen ab, deren Ziele sich vollkommen deutlich abzeichneten: eigene Leute auf Schlüsselpositionen setzten und die Anderen in die großen Ehrengräber der Holdinggesellschaften werfen, die dann schon von alleine vom Markt verschwinden würden. Das führte dazu, dass im Zentrum von Moskau eine große Zahl prestigeträchtiger Gebäude frei wurde, deren geschickte Verteilung nicht so sehr dem Staat, sondern vielmehr den Beamten, die dem Staat vorstanden, sehr solide Provisionen versprach, diese Tatsache gesellte sich zu den bereits bekannten Vorzügen. Im Grunde genommen wurde ein großes Spiel gespielt und da wollte eben niemand als Spielverderber erscheinen. So, wie einst die ehemaligen Leiter der Goskompetschat (staatliche kommunistische Druckerei) aus ihren Büros geworfen wurden, so erging es auch denjenigen, die einzig und allein ihr Unternehmen vor dem endgültigen Niedergang bewahren wollten. Das Tragischste an ihrer Lage war, dass der Staat sie nicht brauchte und sie trotz jener schrecklichen Bedingungen, die ihnen zugemutet wurden, weiterhin existierten: Ihnen wurden die Umlaufmittel entzogen und von Zeit zu Zeit wurde alles von ihren Bankkonten abgehoben, was diese Menschen erwirtschaftet hatten. Sie mussten  im Wettrennen mit den kommerziellen Unternehmen bestehen, ohne einen Tropfen Benzin im Tank zu haben. Denn die Umlaufmittel sind jener Treibstoff, ohne den kein Projekt – sei es kommerziell oder staatlich - realisiert werden kann. Ein Privatunternehmen kann die Rückgabe der Leihmittel durch Aktien oder Immobilien den Banken garantieren, was aber können staatlichen Unternehmen als Pfand anbieten? Sie haben ja nichts Eigenes.

Wir haben mit Anteilnahme und Kraftlosigkeit verfolgt, wie vor unseren Augen ein hervorragender Verlag nach dem anderen dem Boden gleich gemacht wurde. Der Redakteur der Zeitung „Knischnoe obosrenie“ wurde entlassen, als er gerade krankgeschrieben war. Die Direktorin des erfolgreichen Kinderbuchverlages „Detskaja literatura“, Jelena Norzow, wurde innerhalb von zwei Wochen aus ihrem Amt entlassen. Sie hat geklagt, gewonnen und konnte trotzdem nicht auf ihren früheren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Nerven ihrer Mutter haben das nicht ertragen, sie erlitt einen Herzinfarkt. Im Krankenbett flehte sie ihre Tochter an: „Lena, sie werden dich töten! Siehst du denn nicht, was das für Menschen sind? Gehe weg, wenn du mich retten willst. Ich kann so nicht leben, wenn ich weiß, dass du die ganze Zeit in Gefahr bist.“

Vor solch ungünstigem Hintergrund - bei der Arbeit, in der Branche - haben sich im Folgenden dramatische Ereignisse entwickelt. Ungeachtet der unglaublichen psychologischen Schwierigkeiten fanden Igor und ich die Zeit uns dem weiteren Studium des sich uns neu eröffneten Märchenlandes zu widmen.

Auf der siebten Niveaustufe rechts und links fanden wir das aus Märchen bekannte lebendige und tote Wasser. Wir traten nur einen Schritt von den Eingangstoren vor und schon haben die märchenhaften Sujets plötzlich einen realistischen Schein angenommen. Wir wussten, wenn wir den Weg einschlagen, der sich uns öffnet, dass möglicherweise Jahrzehnte nicht ausreichen würden, um alles zu sehen, was es dort gab.

Auf der achten Niveaustufe sahen wir lebensspendende und totbringende Kreuze.

Auf der neunten Stufe waren das biblische Paradies und die Hölle angesiedelt. Jedes beliebige Tor öffnet sich vor uns, aber vorerst können wir nicht alles erforschen, was sich dort versteckt. Wir fürchteten uns zu verlaufen.

Einmal haben wir im Bardo-Kanal einen großen schwarzen Raben gesehen. Da wir in der Schutzhülle waren, deren Gebrauch Grigori Grabovoi uns gelehrt hatte, hat er uns nicht bemerkt und ist einfach an uns vorbeigeflogen. Wir entschieden uns, ihm zu folgen und sind im Galopp hinterher. Eigentlich reichte ein Sprung aus, um ihn auf der dritten Niveaustufe einzuholen, wo er ins Reich der Toten hineingeflogen ist. Es war das linke Tor. Uns hat niemand zurückgehalten, als wir nach ihm hineingegangen sind.

Der Rabe setzte sich auf die Erde. Jetzt ist er ein halber Mensch. Und wir erkennen ihn: Lapschin. Jetzt wissen wir, mit wem er sich rumtreibt und woher er sein Wissen und seine Kraft nimmt. Er ist kein Mensch. Von der Seite ist er ein Vogel und von hinten ein Teufel mit Schwanz und Hufen. Er wird von einem großen schwarzen Menschen empfangen, der eine Kapuze trägt, die über den Kopf gezogen ist. Wir können nicht sehen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Auf der Schulter trägt er eine Sense. Es ist der Tod. Sie stellten sich einander gegenüber. Sie unterhalten sich mittels Telepathie. Wir können die Informationen nicht lesen, andernfalls würde man uns bemerken. Wir sehen nur, wie sich aus der Brust des Todes ein schwarzer Energiestrom entlädt und in die Brust, den Kopf und die Lenden dieses Geschöpfes, halb Teufel halb Vogel, fährt. Also hier sind sein Haus und seine Verwandtschaft angesiedelt. Wir müssen verschwinden, bevor er uns bemerkt. Wir sind noch nicht in der Lage, um uns dem Tod entgegenzustellen. So schleichen wir uns besser weg, besonders, weil sich in einiger Entfernung gerade ziemlich viele Tote versammeln.

Am Abend haben wir uns entschieden, Lapschin einen Besuch abzustatten. In letzter Zeit arbeitet er offenbar gegen mich. Viele meiner Bekannten sehen im Traum jetzt häufig brutale Vergewaltigungsszenen. Diese schrecklichen Geschichten geschehen offenbar nicht zufällig. Besonders wenn man die Arbeit mit den Niveaustufen kennt und selbst Ähnliches herbeirufen kann. Obwohl es zwischen „kannst“ und „machst“ eine tiefe Kluft gibt. Lapschin hat, wie es scheint, diese Kluft überwunden. Das bedeutet also, dass wir alle Höflichkeiten beiseitelassen können.

Wir fanden unseren ehemaligen Lehrer in Moskau wieder. Er befand sich in der Wohnung eines Bewunderers. Er konnte dort bleiben, so lange er wollte. Er liest ein Buch. Er fühlt sich ausgezeichnet! Macht nichts, seine gute Laune wird gleich vergehen. Ohne den Schutz zu entfernen, verschaffen wir uns Zutritt zu seinem Bewusstsein. Wir wissen, was wir suchen. Die Informationsfäden sind wie Filmstreifen. Wir sehen sie durch. Hier sind sie doch – die Toten des Totenreiches. Er kommt selbst von da. Seine Aufgabe besteht darin, die Energie derer zu sammeln, die ihm geglaubt haben und diese Energie durch das Egregor in das Reich der Toten zu pumpen. Er nährt die Toten mit Energie, auf Kosten der Lebenden. Und hier schafft er Gedankenformen des Horrors und schickt sie anderen Menschen. Ein interessantes Hobby hat er da. Wer hätte gedacht, dass im zwanzigsten Jahrhundert – dem Jahrhundert des Materialismus - ein solches Geheimwissen nicht nur möglich ist, sondern auch aktiv unter den leidenschaftlichsten Atheisten wirkt. Wahrhaftig, die Wege des Herrn sind unergründbar.

Lapschin fühlt, dass jemand in sein Bewusstsein eingedrungen ist. Umso mehr, da unsere helle Energie für seine dunkle Seele wie Weihwasser ist. Sie verbrennt ihn. Er steht auf, aktiviert seinen Biocomputer (da es sein Terminus ist, soll er doch sein Bewusstsein nennen, wie er will). Er steigt die Niveaustufen hinauf. Er versucht zu sehen, woher die Einwirkung kommt.

Aber er kann unseren Schutz nicht durchdringen. Seine Frau fragt:

„Was ist mit dir?“

„Stör mich nicht, es scheint, dass Petrov wieder was im Schilde führt“, antwortet der Hexenmeister bissig.

„Petrov hier, Petrov da, du bist ja völlig auf ihn fixiert“, keift Ljusja gereizt und wendet sich ab.

 

Lapschin hat sich mit seinem Gesicht zu uns gewandt. Sein scannender Strahl konnte unseren Schutzkubus nicht durchdringen. Er hat sich auf der Oberfläche gebrochen und ist nach beiden Seiten herumgegangen. So wird er nichts sehen können. Igor und ich gehen ein Stück nach links, er sieht nach rechts. Er ist nervös. Ihm entgleitet das Buch und fällt auf den Boden, er zuckt unwillkürlich zusammen.

Wir nehmen den Stab und zeichnen mit roter Farbe einen Kreis um das Buch. Lapschin sieht einen brennenden Kreis. Seine Beine werden weich. Er fällt in den Sessel.

Seine Frau meldet sich wieder zu Wort:

„Was ist mit dir?“

„Ich bin müde, gestresst. Meine Beine sind wie Watte, ich will nichts mehr.“ Er schläft langsam ein. Wir haben ihn in Schlaf versetzt.

„Sollen wir ihm vielleicht einen Horrorfilm zeigen?“, frage ich Igor.

„Das macht doch keinen Sinn, er liebt so was doch“, widerspricht mein Kampfgefährte.

Seine Frau steht auf, rüttelt ihn ein wenig.

„Schläfst du wirklich?“

Er lehnt sich in den Sessel zurück, bittet mit schwacher Stimme:

„Gib mir was zu trinken.“

„Geh‘ zum Teufel“, schimpft sie und geht in ein anderes Zimmer.

  Wieder kriechen wir in seinen Kopf hinein und sehen nach, was er sich zuletzt ausgedacht hat. Er hat an seinem Schutz gearbeitet. Er ist unkompliziert. Verschiedene Figuren, die von Menschen erfunden wurden:  Pyramiden,  Quadrate,  Kugeln, die wie fliegende Untertassen verbunden sind. Wir gehen tiefer. Mein Gott! In seinem Inneren ist er sehr alt! Einige Millionen Jahre!

Wir hinterlassen eine Nachricht von uns in seinem Unterbewusstsein: „Bereue! Denke über Gott nach! Beschäftige dich nicht mit dunklen Geschäften.“

Jetzt kann man sich ruhigen Gewissens zurücklehnen. Wir verlassen diese Sphäre und sind wieder in meinem Büro. Lächelnd blicken wir einander an. Wir sind glücklich wie Kinder.

 

* * *

 

Das, was wir im virtuellen Raum gemacht haben, wirkte sich plötzlich auf eine ganz bestimmte Weise auf die materielle Welt aus. Es hat uns unerwartet eine nahe Vertraute von Lapschin, die ihn fast seit dem ersten Tagen begleitet hatte, in unserem Zentrum besucht. Die Frau war offensichtlich besorgt und sogar erschrocken. Sie erzählte mir, dass bei den Kindern, die nach der Methoden Lapschins unterrichtet werden, gehäuft Fälle von psychischen Erkrankungen auftreten, und dass sie diese Tatsache zunehmend beunruhigte. Sie fand den Mut ihn anzurufen und ihm ihre Befürchtungen und sogar Einwände auszusprechen.

Und am nächsten Tag kam eine Frau aus Donezk ins Zentrum. Sie leitete dort eine Filiale der Akademie und trainierte drei Kindergruppen nach der Methodik Lapschins. Ein Kind nach dem anderen zeigte dort dieselben Symptome, die auch schon bei den anderen Kindern beobachtet wurden. Und ebenso wie meine Kinder wurden sie von Alpträumen und Friedhofsthemen gequält.

Leider konnte ich sie nicht persönlich treffen. Mit ihr hat unsere Geschäftsführerin gesprochen. Sie hat dem Gast aus Donezk vieles erklärt. Ich hoffe, dass es ihr helfen wird, sich in der Situation zurechtzufinden.

Als Igor und ich das nächste Mal in den immateriellen Raum eingetreten sind, wurden wir bereits erwartet. Es erschien ein Engel mit großen glänzenden Flügeln und hat uns zu sich nach oben gerufen. Augenblicke später befanden wir uns bereits mit ihm zusammen irgendwo über den Niveaustufen. Wir blieben auf einer Wolke stehen, die sich wie Erdboden unter unseren Füßen anfühlte.

Über uns schwebten weitere Wolken. Sie ballten sich, so dass fast kein Licht zu uns durchdrang. In einer Spalte bildete sich ein Fenster, durch das sich ein heller, blendender Strom ergoss. In diesem Strom hat sich zuerst eine geometrische Figur gebildet: ein Kreis, in dessen Mitte ein mit Goldfäden gezeichnetes Dreieck war. Daneben materialisierte sich eine mit Edelsteinen verzierte Ikone mit dem Antlitz Christi und begann sich der geometrischen Figur zu nähern. Sie platzierte sich im Zentrum des Dreieckes, hat sich dort zu einer goldenen Medaille verhärtet und schwebte plötzlich zu uns. An dem Medaillon hat sich aus dem Nichts eine goldene Kette gebildet und sich um den Hals von Pegasus gelegt. Aus dem Licht folgte ein Mann, der die Mütze des Monomachs trug. Nach ihm traten Heilige und Kämpfer hinaus. Derer gab es sehr viele. Sie gehen an uns vorbei. Sie drehen sich zu uns, schauen streng, aufmerksam, versuchen uns zu studieren. Dort, woher sie kommen, erkennen wir Mauern einer altertümlichen Stadt. Sie sind hoch und schneeweiß.

Aus dem Licht erscheint ein Mensch in einer langen weißen Kutte mit Flügeln auf dem Rücken. Er schwebt über dem Heer und den Heiligen. Er lächelt uns an.

Wir versuchen scheu zu erraten:

„Erzengel Michael?“

„Ja! Habt ihr mich denn nicht erkannt?“

Es kommen noch mehr Menschen, sie halten mit Gold und Silber verzierte Kirchenfahnen in den Händen. Dann wieder Kämpfer in Kettenpanzern und Helmen. In ihren Reihen gibt es auch Heilige der orthodoxen Kirche und Priester. Die Wolken ziehen noch weiter auseinander. Unter ihnen ist ein Meer entstanden, der Sturm wirft ein altes Boot von einer Welle auf die andere, der Wind zerreißt das alte Segel in Fetzen. Es stehen Menschen an Deck, die sich jedoch nicht fürchten. Der Strahl, der vom Himmel geschickt wurde, führt das Schiff.

Das Bild verschwindet. Jetzt sehen wir einen riesigen Menschen. Es ist ein Schmied. Er schmiedet ein reckenhaftes Schwert mit einem großen Stein in der Fassung, zwischen Klinge und Griff. Er reicht es uns. Igor nimmt es und küsst die Klinge.

Ich habe plötzlich aufgehört Pegasus zu sein. Ich stehe neben Igor in einem akademischen Talar.

Jemand steht neben mir, auch ein Riese in einem Priestergewand, hat uns mit einem Pinsel aus einem goldgelben Kübel bespritzt. Wir werden mit einem riesigen Kreuz getauft, und küssen das Kreuz drei Mal. Der Segnende legt uns abwechselnd die Hand auf die rechte Schulter.

„Jetzt habt ihr die wahrhafte heilige Taufe empfangen. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, amen!“ ... Fortsetzung hier.

 

 

 
 
   
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